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Mordfall Hühnerfeld: Lebenslange Freiheitsstrafe für 28-Jährigen

Saarbrücken. Der 28-jährige Angeklagte nahm das Urteil zunächst mit Fassung entgegen. Doch bei der mündlichen Urteilsbegründung, in welcher der Vorsitzende Richter das Tatgeschehen schilderte, waren zunehmend Emotionen zu erkennen. Der mutmaßliche Mörder schüttelte immer wieder den Kopf, hielt sich die Hände vor die Augen, legte seinen Kopf auf den Tisch der Anklagebank. Vielleicht, um seine Tränen zu verbergen.

Der Mann kam 1999 aus Afrika nach Deutschland. Seine Aufenthaltserlaubnis hatte er sich gerichtlich erstritten. Einige Jahre lebte er mit der Tochter der Getöteten zusammen. Die Beziehung scheiterte, die Frau kehrte zu ihrer Mutter zurück, sie fühlte sich von ihm hintergangen, betrogen und bestohlen. Die Mutter war von Anfang an gegen die Beziehung; er ist Moslem, die Tochter Christin.

Der Tat voraus gingen zahlreiche Anrufe auf das Handy der Tochter. Sie nahm nicht ab. Er fuhr von Saarbrücken mit dem Zug nach Sulzbach und brach in den Keller des Wohnhauses ein. Zwei Stunden wartete er, bis es ruhig war, dann maskierte er sich mit einer Mütze mit Sehschlitz. Im Schlafzimmer überraschte er die arglos schlafende Mutter. Mit bloßen Händen und einer Schlinge erwürgte er sie. Die Tochter – seine ehemalige Freundin – kam durch das Gepolter geweckt hinzu. Sie wollte ihrer Mutter helfen, aber sie wurde von ihm mit Schlägen und Drohungen davon abgehalten. Sie musste mit ansehen, wie ihre Mutter, die vielleicht schon tot war, mit Stichen und Fußtritten weiter traktiert wurde.  „Stirb endlich, du hast unser Leben kaputt gemacht“, soll der Angeklagte dabei gesagt haben. Erst als er gewahr wurde, dass die Polizei an der Haustür stand, gab er auf und flüchtete. Kurze Zeit später wurde er festgenommen und legte ein Geständnis ab.



Im Prozess schwieg der Angeklagte. Durch seinen Verteidiger ließ er vortragen, er habe nur mit der Tochter reden wollen. Die Mutter habe ihn mit Pfefferspray angegriffen. Daraufhin habe er sich gewehrt. Tatsächlich wurde später in der Handtasche der Ermordeten Pfefferspray gefunden. Aber keine Rückstände an der Kleidung des Angeklagten.
Der Verteidiger will den Feststellungen des Schwurgerichts nicht folgen. Er wird den Fall zur Revision vor den Bundesgerichtshof bringen. jht
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