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Mosel-Schifffahrt: Schleusen Ausbau zieht sich 20 Jahre hin

Remich. Der Ausbau der Mosel, deren Schleusen um je eine zweite Kammer ergänzt werden, wird sich noch über 20 Jahre hinziehen. Das ist die Einschätzung der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Südwest, die jetzt vor der Verkehrskommission des Interregionalen Parlamentarier-Rates (IPR) einen Sachstandsbericht über Planung und Bau der Schleusen gab. Danach, so Bernhard Meßmer von der Wasser- und Schifffahrtsdirektion, werden für Planung und Bau jeder neuen Schleusenkammer bei einem Investitionsvolumen von rund 40 Millionen Euro siebeneinhalb Jahre veranschlagt. Da man aber nicht mehr als drei solcher Bauwerke gleichzeitig in Arbeit haben will, geht die Zeitplanung jetzt schon über das Jahr 2030 hinaus. Bei einer Beschleunigung der Planung durch die Einstellung von vier Ingenieuren könnte der Ausbau auch ein paar Jahre früher fertig sein. Aber eine Beendigung der Bauzeit an den zehn Schleusen bereits im Jahr 2025, wie ihn die IPR-Kommission erhofft, sei eine „sehr, sehr optimistische Vorgabe“.

Wegen Bergbau-Ende: 13 Prozent mehr Mosel-Schiffsverkehr

Die Vorsitzende dieser IPR-Kommission, die Saarländerin Isolde Ries (SPD), hatte den Mosel-Ausbau bereits eine Woche zuvor im Wirtschafts- und Sozialausschuss der Großregion angesprochen und darauf hingewiesen, dass die saarländischen Kraftwerke nach dem Ende des Saar-Bergbaus auf Importkohle angewiesen seien, die über Mosel und Saar herantransportiert werden muss. Ries: „Erste Schätzungen gehen von zusätzlichen Schiffstransporten in der Größenordnung von zwei Millionen Tonnen pro Jahr aus. Dadurch würde sich der Schiffsverkehr auf der Mosel um rund 13 Prozent erhöhen.“ Dies aber müsste zum Stau auf der Mosel beim derzeitigen Schleusenstand führen, wie auch die Wasser- und Schaffahrtsdirektion weiß. Vor den Schleusen gibt es jetzt schon im Sommer Wartezeiten von bis zu 15 Stunden, weil Fahrgastschiffe Vorfahrt vor dem Frachtverkehr haben. Mit 14 000 Schiffen pro Jahr insgesamt sei die Schleusenkapazität stark überlastet.

Arbeiten nur vom 1. November bis Christi Himmelfahrt

Allerdings wies Meßmer darauf hin, dass nicht nur mangelnde Planungskapazitäten den Mosel-Ausbau verzögern. So dürften aus Rücksicht auf den Tourismus lärmintensive Arbeiten an der zweiten Schleuse Fankel nur vom 1. November bis Christi Himmelfahrt durchgeführt werden. Und an der Schleuse in Trier müssten umfangreiche Ausgrabungsarbeiten vorgeschaltet werden, weil man hier Funde aus der Römer- und Keltenzeit erwartet. An der Schleuse Lehmen hat es nach Darstellung von Meßmer Verzögerungen gegeben, weil aus naturschützerischen Grünen zunächst eine Bestandsaufnahme der Würfelnatter vorgenommen werden musste.

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