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Motorradfahrer leben auf Saarbrückens Straßen gefährlich

Als Unfallzeit vermerkt die Polizei den 2. Juni, kurz nach zehn. Und das ist nach Ansicht der Ermittler passiert: Ein Motorradfahrer und sein Sozius sind auf der Metzer Straße Richtung City unterwegs. Am Haus Nummer 149 fährt am rechten Fahrbahnrand ein Pkw an, um auf der Straße zu wenden. Der Autofahrer übersieht das Motorrad. Dessen Fahrer kann nicht mehr bremsen, das Motorrad prallt auf den Wagen. Motorradfahrer und Sozius erleiden Verletzungen. Geschätzter Schaden an Maschine und Auto: etwa 10 000 Euro.

Ein typischer Zusammenstoß, wie die Unfallforschung zeigt. Andreas Spaniol, Verkehrsexperte der Polizeiinspektion St. Johann, hat aus den Daten des Instituts für Zweiradsicherheit die häufigsten Ursachen zusammengetragen. Wichtigste Erkenntnis: „Bei drei von vier Unfällen ist der Autofahrer Hauptverursacher.“ Dass der gerade wendet, und dabei, wie in der Metzer Straße, das Motorrad hinter sich nicht sieht, rangiert unter den Ursachen weit vorn. Auf dem ersten Platz steht allerdings der einbiegende Pkw, der dem Motorrad die Vorfahrt nimmt, gefolgt vom Linksabbiegen in die Fahrspur der entgegenkommenden Maschine.

Am Ende stehen Unfälle, Verletzungen, Schmerzen oder gar der Tod eines Zweiradfahrers. 200 Motorradunfälle gab es 2014 in Saarbrücken (2013: 157). 32 Fahrer verletzten sich 2014 schwer bei Unfällen auf den Saarbrücker Straßen (2013: 30). Je einen tödlich verunglückten Motorradfahrer gab es 2013 und 2014 in Saarbrücken , in diesem Jahr zum Glück noch keinen. Landesweit sieht das anders aus. „Mit sieben Toten sind wir bereits jetzt über dem Vorjahreswert, als fünf Motorradfahrer starben“, sagt Spaniol. Er, selbst leidenschaftlicher Motorradfahrer , kennt die Risiken nur zu gut. „Viele Autofahrer übersehen uns wegen der schmalen Silhouette eines Motorrades.“ Dagegen und gegen den gefürchteten toten Winkel hilft, was Kommissar Spaniol seit Fahrschul-Zeiten im Auto bis heute praktiziert: „Denken Sie vorm Losfahren immer an den Blick über die Schulter.“ Sobald er dann auf seiner japanischen Maschine unterwegs ist, wechselt er die Perspektive und versucht, sich in den Autofahrer an der nächsten Einmündung hineinzuversetzen. „Das heißt für den Biker, Gas wegzunehmen, bremsbereit zu sein und nie, wirklich nie auf die eigene Vorfahrt zu vertrauen.“

Fahrtipps und Trainingstermine bietet u.a. das Institut für Zweiradsicherheit e.V.



ifz.de
 
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