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Motorradunfälle: Polizei rät Sicherheits-Training

Saarbrücken. Ein kurzer Klick mit dem linken Fuß, eine kleiner Dreh mit der rechten Hand, und schon bewegt sich die Welt um einen herum schneller. Der Fahrtwind verstärkt sich, der Motor vibriert, und ein Gefühl von Freiheit stellt sich ein. Wenn die Natur im Frühjahr erwacht, beginnt die Motorradsaison. Aber einfach aufsatteln und Gas geben – so sollte der Start nicht aussehen.

„Man sollte sich nach der Winterpause auf jeden Fall erst einmal wieder mit seiner Maschine vertraut machen“, empfiehlt Bernd Brutscher, Verkehrssicherheitsbeauftragter der Landespolizeidirektion in Saarbrücken. „Und bevor man zum ersten Mal losfährt, sollte man sicher sein, dass das Motorrad in technisch einwandfreiem Zustand ist.“ So sei es bei einem Auto nicht so wild, wenn der Luftdruck in den Reifen nicht in Ordnung sei. „Bei einem Motorrad sieht das anders aus: Spätestens in der ersten Kurve bezahlt man für seine Nachsicht.“ Und Motorräder haben nun mal keine Knautschzone.

Dass ein Unfall schmerzhaft enden kann, spürten im vergangenen Jahr 614 Menschen am eigenen Leib. So viele leicht- oder schwerverletzte Zweiradfahrer gab es landesweit bei 832 polizeilich registrierten Unfällen, an denen Motorräder beteiligt waren. Zehn Biker bezahlten mit ihrem Leben. So tragisch das ist – verglichen mit dem Durchschnittswert der Jahre 2005 bis 2009 ist insgesamt ein deutlicher Rückgang bei den Verunglückten zu verzeichnen (siehe Grafik). Hierfür ausschlaggebend sind nach Vermutung des stellvertretenden Verkehrssicherheitsbeauftragten Gerhard Groh mehrere Faktoren: „Zum einen trägt sicherlich der technische Fortschritt der Motorräder einen Teil dazu bei, aber auch die Aufklärungsarbeit durch die Polizei sowie die verschiedenen Fahrsicherheitstrainings.“ Beispielsweise auf dem Verkehrsübungsplatz des ADAC Saarland in Quierschied. Dort werden ab Donnerstag, 21. April, in regelmäßigem Abstand wieder Basis-, Einsteiger- oder Aufbau-Trainings angeboten, bei denen verschiedene Kurventechniken oder Strategien für Notmanöver eingeübt werden. Auch wichtig: „Die Kleidung. Wir empfehlen Jacken mit Reflektoren, noch besser sind die leuchtfarbenen Überwürfe“, erklärt Brutscher. Denn Motorradfahrer werden von anderen Verkehrsteilnehmern leicht übersehen, vor allem im Frühling, wenn sie längere Zeit nicht mehr im Straßenbild aufgetaucht sind. „Zudem wird deren Geschwindigkeit oft unterschätzt.“

Als häufigste Unfallursachen nennt der saarländische Verkehrssicherheitsbeauftragte: „Vorfahrtssachen. Aber auch das Abbiegen und Wenden von Fahrzeugen ist riskant. Und dann kommt natürlich noch der Verlust der Kontrolle über das Motorrad durch nicht angepasste Geschwindigkeit hinzu.“

Insgesamt verhalte es sich so, „dass die Risikogruppe beim Motorrad, anders als beim Auto, eher von den älteren Herrschaften gestellt wird“. Also von der Gruppe der 45- bis 54-Jährigen, die irgendwann den Führerschein gemacht haben, aber seit Jahren nicht mehr gefahren sind. Gerade dieser Gruppe empfiehlt Brutscher die Teilnahme an einem Fahrsicherheitstraining. „Das kann Leben retten.“

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