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Mückenalarm in Emmersweiler

Die Mücken kriechen in die Ohren, Nase, stechen durch Socken hindurch, berichtet Jürgen Scherer: „So schlimm war es noch nie.“ Am Mittwochnachmittag (12.06.2013) wollte der 65-jährige Bankkaufmann in Rente mit seinem Schwiegersohn das neue Häuschen für Gartengeräte aufbauen. Wegen der Mückenplage musste er abbrechen – wieder mal. Den Geburtstag des Enkels verbrachte die Familie um sich schlagend im Hof, bis sie schließlich ins Gartenhäuschen flüchten musste. Bei Tochter Anja, 36, hatten sich die zahlreichen Stiche am Bein entzündet. Sie musste in ärztliche Behandlung, tagelang einen Verband tragen. Scherer wohnt in der Forbacher Straße in Emmersweiler. Direkt hinter seinem Grundstück verläuft ein Damm, der ein großes Schilfgebiet von seinem Garten trennt. Und der St. Nikolauser Bach fließt direkt vor dem Damm.

Ein ideales Biotop für Mücken und ihre Brut. Der extreme Regen im Mai und die feuchtschwüle Witterung begünstigen das Schlüpfen der Larven. Auch das Ehepaar Gruber, Nachbarn von Jürgen Scherer und seiner Frau Christa, klagt über „schier unerträgliche Zustände“. Norbert Gruber, der ein Juweliergeschäft betreibt, schätzt, dass 300 bis 400 Menschen von der Plage betroffen sind. Er wünscht sich Maßnahmen, „damit die Gewässer besser abfließen können und nicht stehen“. Spritzen sei keine Alternative, findet er. Das sieht Bürgermeister Jörg Dreistadt genauso: „Die Polder, die Rückstaubecken, sind wichtig. Das Gebiet wurde nach der Absenkung durch den Bergbau von französischer Seite aus renaturiert. Die Polder sind jetzt durch den extremen Regen vollgelaufen. Es ist warm, da sind die Mücken unterwegs.“ Dreistadt sieht keine Möglichkeit, etwas zu unternehmen, auch wenn er das bedauert. „Die Geduld muss man haben, bis es vorbei ist.“

Nicht nur die Bewohner der Forbacher Straße klagen über die Stechmücken, auch Wilhelm Bohlender aus der Wiesenstraße leidet. Er spricht von Mückenschwärmen an seinem Pool. Den Rasen mäht er schon gar nicht mehr aus Angst vor den Biestern. Auch der Pizzaofen wurde bisher nicht einmal benutzt. Nebenan der Spielplatz ist verwaist, „weil die Mücken stechen“. Monika Hector wohnt in der Straße Im Hanfgarten: „Ich habe einen Stich neben dem anderen, sprühe mich ständig ein. Es bringt nichts. Die Biester gehen sogar an meine Katze.“ Wolfgang Hector (nicht verwandt mit Monika Hector) sagt: „Es ist der Wahnsinn.“ Am Wochenende habe er einen Spaziergang abgebrochen und fluchtartig den Wald verlassen: „Wir werden erstochen.“

Norbert Gruber sucht nun doch nach einer Lösung. Er schlägt Bürgermeister Dreistadt vor, sich mit allen Leidtragenden zu treffen und sich Vorschläge anzuhören. „Ich biete dafür Räumlichkeiten an.“
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