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Müll-Gebühren: Zoff um volle Windeln in Saarbrücken

Das Gebührensystem bei der
Müllentsorgung in den Kommunen
stinkt förmlich zum Himmel,
meinen Familien mit Windelkindern.

Das Gebührensystem bei der Müllentsorgung in den Kommunen stinkt förmlich zum Himmel, meinen Familien mit Windelkindern.

Heribert Gisch, Geschäftsführer des Entsorgungsverbandes Saar (EVS), hält diese Situation für alternativlos. Bei der Festlegung der neuen Gebührenordnung habe es keine Alternative für Familien mit Windelkindern oder aber auch für Menschen, die an Inkontinenz leiden, gegeben. „Das Gebührenrecht sieht keinen Sozialfaktor vor“, so Gisch. Auch das alte Gebührensystem habe die Gruppe von Betroffenen benachteiligt. Ordnungspolitisch gesehen seien diese Kosten über das Kindergeld oder den Kinderfreibetrag abgegolten. Mutter Esther Rieder lässt die Erklärung nicht gelten: „Dieses Gebührensystem ist eine Bestrafung für Familien“, schimpft sie.

Sie befürchtet, dass sich darüber hinaus das öffentliche Leben für Familien mit Kleinkindern verteuert, wie das Beispiel des Familiencafés zeige, das sie öfters besucht. Dass die Café- Besitzerin auf die Gebührenerhöhung mit einer Entsorgungspauschale reagierte, dafür hat Rieder Verständnis. „Sie bekommt keinen Zuschuss und das ist nicht richtig“, sagt sie. Anja Müller hat ähnliche Probleme mit dem neuen Müllsystem. Müller bietet unter anderem bei der Praxis für Familie und Gesundheit in Saarbrücken Kurse für Krabbelkinder an. „Der Müll bei uns besteht zu 98 Prozent aus Windeln“, sagt sie. Sie bittet die Eltern, die vollen Windeln mit nach Hause zu nehmen. „Eine stinkende Windel mitzunehmen ist unangenehm“, sagt sie. Die Maßnahme sei nur als Übergangslösung gedacht.

Ob sie die Kursgebühren anhebt, will sie von der Halbjahresabrechnung abhängig machen. Die neue Gebührenordnung findet die Therapeutin nicht in Ordnung. Den Windelbonus hält auch sie für lächerlich. „Familien mit geringem Einkommen werden hier zusätzlich bestraft“, sagt sie. Sie befürchtet auch, Eltern könnten Druck auf ihre Kinder ausüben, schneller sauber zu werden. Zudem könne die illegale Entsorgung zunehmen.

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