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Müllberge nerven im St. Wendeler Land

Nonnweiler/Namborn. Der frühe und heftige Winter hat nicht nur den Autofahrern zugesetzt. Auch Müllkutscher hatten Not, ihr Ziel zu erreichen. Waren es zu Beginn der Schneefälle aufgetürmte Berge am Straßenrand, die Wege laut Auskunft der Abfuhr-Unternehmen für Laster viel zu schmal machten, waren es zuletzt rutschige Eisplatten, die reguläre Arbeit verhinderten. Folge: In vielen, besonders höher gelegenen Straßen türmen sich bis jetzt Müllberge. Auch an zahllosen Container- Standorten sieht’s wie auf einer Müllkippe aus. Das bedeutet: Überschichten für Müllmänner und Gemeindearbeiter.

"Seit fünf Wochen  keine Leerungen"

Trotz der seitens der Gemeinden und Firmen angekündigten Sondertouren reicht das vielen nicht. So Werner Stroh. Der Kasteler verständnislos: „Bei uns sind bereits seit fünf Wochen keinerlei Mülltonnen mehr geleert und keine gelben Säcke abgefahren worden.“ Anfangs habe er Verständnis dafür gezeigt. Denn Schnee- und Eisglätte hätten die Arbeit arg behindert. Jetzt aber sei eine übliche Abfuhr seiner Ansicht nach wieder durchaus drin. Der 51-Jährige kritisiert dabei den Entsorgungsverband Saar (EVS), der im Land fast flächendeckend für die Restmüllentsorgung (graue Tonne) zuständig ist: „Es ist ein Skandal und eine Provokation des EVS, einerseits ein neues Gebührensystem einzuführen und dann nicht in der Lage zu sein, über fünf Wochen den Müll in einem Ortsteil abzufahren, selbst dann nicht, wenn es keine witterungsbedingten Beeinträchtigungen gibt.“

Auch jetzt noch Stellen, die schwierig zu erreichen sind

Dies sieht der Verband anders. Darum weist Marianne Lehmann, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit beim EVS, die Vorwürfe von sich. „Es gibt auch jetzt noch Stellen in Höhenlagen, die schwierig zu erreichen sind.“ Dabei gingen die Kollegen teils hohe Risiken ein, um die Wohngebiete in schwierigen Lagen zu erreichen. Die 46- Jährige: „Vier Wagen der Firma Paulus sind in diesem Winter im Graben gelandet. Dabei gab es einen Verletzten.“ Zuletzt sei bei Freisen ein Fahrzeug des von der EVS beauftragten Abfuhr- Unternehmens aus Friedrichsthal- Maybach vom Weg abgerutscht und stecken geblieben. Lehmann sichert zu, dass spätestens kommende Woche der Restmüll überall entsorgt werde. Zudem: „Nebenstehende Tüten werden kostenlos mitentsorgt.“

„Wir tun unser Bestes, dass wir die Säcke rasch entsorgen.“

Im Dauereinsatz seien zudem die Mitarbeiter der Willi Strumm GmbH. Das Baumholder Unternehmen ist seit Jahresbeginn für die gelben Säcke (wiederverwertbarer Verpackungsmüll) im Auftrag des Dualen Systems aus Köln im Landkreis St. Wendel unterwegs. Und schon gleich stehe der Betrieb mit seinen 70 Angestellten sowie 30 Fahrzeugen vor einem riesigen Problem. Geschäftsführer Frank Osenbrück: „Wir sind erst wenige Tage unterwegs und sehen, dass sich die vereinbarte Müllmenge verdoppelt hat.“ Grund: Der Betrieb, der bis Ende 2010 die gelben Säcke auflud, habe wegen der Straßenverhältnisse den Müll nicht abgeholt. Der 44-jährige Firmenchef: „Wir tun unser Bestes, dass wir die Säcke rasch entsorgen.“ Dafür habe er das Personal kurzfristig aufgestockt.

Abfallberge vor der Haustür und wüste Containerstandorte

Zwei Fahrzeuge mit je drei Mann Besatzung seien unterwegs. Wie sich die Lage entwickelt, könne Osenbrück erst in 14 Tagen sagen. „Dann haben wir einen ersten Überblick.“ Für Ärger sorgen aber nicht nur die Abfallberge vor der Haustür. Auch an vielen Containerstandorten sieht es zurzeit wüst aus. Während die Behälter vielerorts überquellen, stapeln sich nebenan Kartons, Zeitungen und leere Flaschen. Nonnweilers Bürgermeister Hans-Uwe Schneider (CDU): „So prekär ist das nach den Feiertagen immer.“ Doch da entspanne sich während der kommenden Tage die Lage, ist der Verwaltungschef überzeugt.
 

Allerdings sei es illegal, seinen Müll neben die Container zu werfen und darauf zu hoffen, dass er mitentsorgt wird, ergänzt Caroline Müller, im Namborner Rathaus für den Fachbereich Umwelt zuständig. Wer erwischt wird, müsse die zusätzlichen Entsorgungskosten tragen. Außerdem drohe dem Umweltsünder eine Strafanzeige. Die könne teuer werden. Zuletzt laut Müller passiert dies in Hirstein: „Da hat jemand am Containerstellplatz seine Tiefkühltruhe ausgeräumt. Fleisch und anderes Essen lagen da. Eine Zumutung für Gemeindearbeiter.“ Denn der Baubetriebshof sei zuständig, den Platz aufzuräumen.

Nonnweilers Rathauschef bat indes um Verständnis für die „Ausnahmesituation“, wenn es noch ein paar Tage dauert, bis sich die Lage normalisiert. Allerdings ist auch er nicht einverstanden, wenn Müll an Stellen stehen bleibt, die zu befahren sind.

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