A8 Neunkirchen Richtung Saarlouis Zwischen AS Neunkirchen/Spiesen und AS Elversberg Gefahr durch Gegenstände auf der Fahrbahn (große Schraube) (12:13)

A8

Priorität: Sehr dringend

11°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
11°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Müller gibt grünes Licht für Kraftwerk-Verkauf

Saarbrücken. Wenn sich heute das Kuratorium und der Vorstand der RAG-Stiftung treffen, um über einen Verkauf von zunächst 51 Prozent an Evonik Steag, der Kraftwerks-Tochter des Evonik-Konzerns, zu entscheiden, wird es wohl keinen großen Widerstand geben. Peter Müller (CDU), Saar-Ministerpräsident und Kuratoriumsmitglied, hatte im Vorfeld zwar Bedenken geäußert. Doch diese scheinen inzwischen weitgehend ausgeräumt zu sein, wie er gegenüber unserer Zeitung bestätigte. Es waren zwei Punkte, die dem Saarländer bislang nicht passten. Zum einen widerspricht der Verkauf der Anteile an ein Stadtwerke-Konsortium aus der Rhein-Ruhr-Region der Stiftungs-Satzung. Zum anderen ist der ausgehandelte Kaufpreis wesentlich niedriger als in früheren Wertgutachten ausgewiesen.

Evonik Industries besteht aus drei Teilen: Chemie, Immobilien und Energie (Steag). In der Satzung ist festgelegt, dass nur der Gesamtkonzern Evonik Industries entweder an der Börse platziert oder an andere Interessenten verkauft werden darf. Das Herausbrechen eines Konzernteils und dessen separater Verkauf sind dort nicht vorgesehen. Der Stiftungsvorstand will heute eine Satzungsänderung vorschlagen. „Wenn dieser Vorschlag juristisch tragfähig ist, widersetze ich mich nicht“, sagt Müller.
Der Kaufpreis, den die Stadtwerke Duisburg, Essen, Dortmund, Bochum, Oberhausen und Dinslaken für den Anteil von 51 Prozent zahlen sollen, liegt bei 649 Millionen Euro. Für die restlichen 49 Prozent wurde mit dem Stadtwerke-Konsortium ein Preis von 594 Millionen Euro vereinbart – in der Summe also 1,243 Milliarden Euro. Ein Wertgutachten, das die Wirtschaftsprüfungs-Gesellschaft Susat (Hamburg) und die Frankfurter Bank Equinet 2007 für das Bundeswirtschaftsministerium erstellt hatten, kommt zu ganz anderen Werten. Danach ist allein die Steag zwischen 1,67 und 2,11 Milliarden Euro wert. „Der Wert von Energie-Unternehmen ist seitdem stark gesunken“, hat sich Müller überzeugen lassen. Er verweist auf die Börsenkurse der Energieriesen RWE und Eon, die heftig unter die Räder gekommen sind. „Neuere Gutachten bestätigen uns, dass der Kaufpreis in Ordnung ist“, sagt der Ministerpräsident.

Auf jeden Fall muss genug Geld zusammen kommen. Denn mit Verkauf von Evonik sollen später die so genannten Ewigkeitslasten des Bergbaus bezahlt werden. Dazu zählen unter anderem die Kosten für die Sicherung der Bergbau-Grundstücke und die Entschädigung noch auftretender Bergschäden. Sollte das Geld aus dem Evonik-Verkauf nicht reichen, sind die Revierländer Nordrhein-Westfalen (NRW) und Saarland in der Pflicht. Der Bund würde nur ein Drittel dieser Zusatzkosten übernehmen.

Völlig offen ist, was mit Evonik New Energies und Evonik Power Saar, den beiden Saar-Töchtern der Steag, passiert (siehe Hintergrund). Ein Bestandschutz der Gesellschaften und der Anlagen wurde nicht vereinbart. Insider befürchten, dass sie „plattgemacht werden“. SPD und Linke haben im Stadtrat von Essen bereits beantragt, dass das Modellkraftwerk Völklingen (MKV) geschlossen wird (wir berichteten).

RWE will nach 2012 keinen Strom mehr aus Weiher und Fenne

Der Energiekonzern RWE will nach 2012 keinen Strom mehr aus dem Kraftwerk Weiher (Quierschied) und Völklingen-Fenne beziehen. Die Option auf eine Verlängerung der Stromlieferungen über 2012 werde „nicht in Anspruch genommen“. Das bestätigte eine Sprecherin von Evonik Power Saar auf Anfrage. Evonik Power Saar betreibt diese Kraftwerke. RWE Power als zuständige Gesellschaft habe zwar angeboten, dass Gespräche „zur Weiterführung der Stromlieferungen“ nach 2012 geführt werden sollen. Hierfür stehe noch ausreichend Zeit zur Verfügung, so die Sprecherin. Es würden allerdings auch Vermarktungs-Alternativen für den Strom aus Weiher und Fenne „sorgfältig geprüft“. Saar-Umweltministerin Simone Peter (Grüne) kritisierte die RWE-Entscheidung zum Strombezug . low
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein