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Müllkippe: Alt-Deponie Velsen ist jetzt fertig saniert und begrünt

Konkretes gibt es noch nicht zu berichten. Aber aus der ehemaligen Mülldeponie in Velsen könnte einmal eine Freizeiteinrichtung mit Wanderwegen und Aussichtsplattform werden. Wenn es nach dem Großrosseler Bürgermeister Jörg Dreistadt ( SPD ) geht, dann wird die rekultivierte, nach oben und unten versiegelte Altdeponie Bestandteil eines nahtouristischen Angebotes, zu dem als weitere Standbeine die Kaffeeküche Velsen und der Schafbachweiher gehören. Die Angler aus Großrosseln und Petite Rosselle pflegen das Grenzgewässer in einem gemeinsamen Verein namens Amicale des Pêcheurs und wären gern dabei, wie Petite Rosselles Umwelt-Beigeordneter Serge Adam unserer Zeitung sagte.
 

2,5 Millionen Tonnen Abfall

Mit Stichtag Montag, 19. Oktober, hat der Entsorgungsverband Saar (EVS) die Sanierung der ehemaligen Hausmülldeponie Velsen offiziell abgeschlossen. Hier lagern geschätzt 2,5 Millionen Tonnen Volumen. Die Abnahme war bereits am 3. September erfolgt, aber erst in dieser Woche fand sich ein Termin, zu dem alle maßgeblichen Akteure und die zuständigen Politiker aus Land und Region Zeit für einen einstündigen Festakt hatten. Dass das „Bergmannsfrühstück“ für die drei Dutzend Gäste hoch droben auf dem fast 300 Meter über Meeresniveau liegenden Deponie-Plateau von einer Rosseler Metzgerei ausgerichtet wurde (Roth aus Dorf im Warndt), durfte man symbolisch dafür sehen, dass das Areal vom Warndt „beansprucht“ wird – wiewohl es auf Saarbrücker Gebiet liegt. Die Landeshauptstadt, die hier von 1960 bis 1985 Hausmüll abkippte, hat aber noch nie Interesse an einer Nachnutzung bekundet.

Abgesehen von der meist verschlossenen Hauptzufahrt an der Landstraße ist die Altdeponie Velsen für Fußgänger und Radfahrer frei zugänglich und soll dies auch bleiben, wie EVS-Projektleiter Harald Thieser sagte. Das Betreten wird allerdings nicht offensiv beworben, zumal der Bewuchs – quasi der Deckel der Altdeponie – noch nicht überall tiefe Wurzeln geschlagen hat. Die Verantwortlichen haben vor allem Kummer mit Motocross-Motorradfahrern, deren Antriebsräder Furchen in die Erde schlagen.

In direkter Nachbarschaft, Seit' an Seit', liegt die etwa gleich große (zwölf Hektar), ebenfalls rekultivierte Bergehalde der Grube Velsen. Sie gehört noch der RAG, soll aber nach Worten des Verantwortlichen Christian Neu in absehbarer Zeit aus der Bergaufsicht entlassen und in die Obhut des Saarforstes gegeben werden. Damit würden sich einem „Freizeit-Bergepark“ weitere Perspektiven öffnen, zumal die Grubenhalde bereits über eine Aussichtsplattform verfügt. Wie Neu sagte, gehe von dem Haldenkörper keinerlei Gefahr aus. Auch hier bewegen sich bereits, vor allem an den Wochenenden, etliche Spaziergänger auf eigenes Risiko.

Die Rekultivierung der alten Müllkippe war nach Worten von EVS-Chef Karl Heinz Ecker „ein Meilenstein für die Umwelt“. Die Kosten von knapp sieben Millionen Euro, vom Müllgebührenzahler aufgebracht, hätten am Ende sogar unter der ursprünglichen Kalkulation gelegen. „Jeder Euro war gut angelegt“, befand Umweltminister Reinhold Jost ( SPD ).


 

Langwierige Arbeiten

Die Abdichtung der Deponie dauerte fünf Jahre. Zunächst mussten der Bewuchs gerodet und 200 000 Kubikmeter Müll bewegt werden, um das Gelände zu modellieren. Nach anderthalb Jahren Vorarbeiten wurde dann mit dem eigentlichen Dichtungsbau begonnen. Kernstück ist eine etwa 2,5 Millimeter dicke Kunststoffabdichtung, die in Bahnen von hundert mal fünf Metern verlegt und verklebt wurde. Viele dieser Arbeiten mit technischen Werkstoffen waren extrem wetterabhängig.

 

Zum Thema:

HintergrundIn Velsen wurde von den 1920er Jahren an Müll aus den benachbarten Kommunen abgelagert. Man nutzte dafür einen ehemaligen Schlammweiher der Grube Velsen. Von den 1960er Jahren an diente die Abfall-Deponie der Stadt Saarbrücken, bis man sie 1985 schloss. Bei der Sanierung wurde der – sehr gemischte – Müllberg nach oben hin hermetisch abgedichtet. Deponiegas wird abgeleitet, Sickerwasser ständig kontrolliert. dd
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