A620 Saarbrücken Richtung Saarlouis AS Saarlouis-Mitte Baustelle, Ausfahrt gesperrt bis 22.12.2017 16:00 Uhr (13.11.2017, 11:43)

A620

Priorität: Dringend

10°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
10°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Müllkippe St. Wendeler Bahnhof

Symbolfoto.

Symbolfoto.

Die Beteiligten üben sich darin, keine Hysterie aufkommen zu lassen. Dennoch beklagen Passanten den elenden Zustand des Bahnhofs in der Kreisstadt. Und auch Straftaten in dessen Umfeld beunruhigen. Grund genug für die Bundespolizei , die Kontrollen wieder zu verschärfen. Was bei rund 90 Bahnhöfen landesweit nicht ad hoc zu leisten ist, um die sich die Beamten kümmern müssen, wie Dieter Schwan berichtet.

Der Pressesprecher, dessen Behörde von Bexbach aus die Streifengänge koordiniert, weiß von seinen Kollegen um die angespannte Situation in St. Wendel . Müllberge seien an der Tagesordnung, Hausfriedensbruch ebenso. Die Schwierigkeit allenthalben, die Täter zu schnappen: „Wenn meine Kollegen ankommen, sind die Verursacher längst getürmt.“ Über die zahlreichen Ausgänge, die der Bahnhof hat, flüchten sie unerkannt. Durch den Tunnel unter den Gleisen, über die diversen Seiteneingänge und übers Hauptportal. Die meisten Meldungen erreichten die Bundespolizei von den Bediensteten des Bahnhofskiosks. Schwan: „Wir erhalten Berichte, dass der Bahnhof voll ist mit Leuten, die sich im Gebäude aufhalten, ohne auf einen Zug zu warten. Wenn wir dann aber kommen, sind alle weg.“

Trotzdem bekämen die Ermittler einiges mit. Der Pressesprecher zitiert einen Bundespolizisten, der den Bahnhof von seinen regelmäßigen Einsätzen kenne: „Hier ist jeden Tag die Hölle los.“

Zuletzt türmten sich Müllberge nahe der einstigen Bahnhofsschänke. Weggeworfene Getränkebüchsen, Knabbergebäckbeutel, leere Schnapspullen, Unmengen an Kippen – trotz Rauchverbots – ist das, was sich dort ansammelte. Für die Reinigung seien vertraglich die Deutsche Bahn (DB) als Besitzer sowie die Stadt als Vertragspartner zuständig. Allerdings befand sich der meiste Müll hinter einer provisorisch angebrachten Holzplatte, um den Zugang zu versperren. Aus Sicherheitsgründen seien die Reinigungskräfte nicht darübergeklettert. Wäre es dabei zu einem Unfall gekommen, so die Argumentation der Beauftragten, sei dies arbeitsrechtlich schwierig zu klären gewesen. Nun soll die hüfthohe Wand verschwinden und wohl durch eine Tür ersetzt werden, kündigt Dieter Schwan an. Zudem werden die Kontrollen verstärkt. Jetzt sollen täglich Beamte vor Ort sein.

Doch das ästhetische Manko und Sachbeschädigung am Bahnhof stelle nicht das gravierendste Problem dar. So registriere die Bundespolizei – wenn auch in überschaubarer Zahl – weitere Delikte, bei denen Passanten angepöbelt werden. Auch Körperverletzungen gehe die Polizei nach. In einem jüngsten Fall sei ein Polizist beleidigt und verletzt worden, als sich ein Aufgegriffener widersetzte. „Aber 80 Prozent aller Straftaten sind Hausfriedensbruch “, sagt Schwan.

Letztlich gehe es nicht darum, Menschen den Aufenthalt im Bahnhof zu verbieten. Aber wer sich so verhält, dass er andere belästigt, habe hier nichts verloren. Insbesondere in der kalten Jahreszeit nutzten viele junge Leute den Bahnhof als Treffpunkt, wogegen prinzipiell nichts zu sagen sei. Und längst nicht alle kommen nur aus St. Wendel . Wiebelskircher, Ottweiler und darüber hinaus mischten sich unter die Gruppen.

Vor etlichen Jahren wurde die Sicherheitspartnerschaft für den Bahnhof ins Leben gerufen. Daran beteiligt: Stadt St. Wendel , Landkreis, DB sowie örtliche als auch Bundespolizei . Damals waren ähnliche Vorfälle der Auslöser, diese Arbeitsgruppe zu gründen. Heute ist ein Treffen anberaumt.  
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein