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Müllschlösser sind derzeit heiß begehrt

Saarbrücken. Nicht zu bewältigen ist derzeit die Nachfrage nach Mülltonnenschlössern beim Zentralen Kommunalen Entsorgungsbetrieb (ZKE). Jeden Tag bringt die Post zwischen 100 und 200 neue Anträge. Gleichzeitig wächst der Unmut vieler Bürger, die ihre Schlösser bereits vor mehreren Wochen bestellten, aber bis heute noch keines bekommen haben.

Einige beschwerten sich nun bei der SZ und kündigten an, sie würden dem ZKE erst dann Müllgebühren gemäß dem neuen Abrechnungssystem überweisen, wenn der ZKE die Schlösser geliefert hat. Denn so lange die Schlösser fehlen, habe der ZKE ja nicht dafür gesorgt, dass beim Müllwiegen keiner benachteiligt wird, weil ihm Fremde insgeheim Müll in die Tonne stopfen.

Aber genau das müsse der ZKE verhindern und damit Gebührengerechtigkeit gewährleisten, sonst habe er kein Recht auf die neuen Müllgebühren. Das meinen jedenfalls die erzürnten Bürger.ZKE-Chef Bernd Selzner sieht das naturgemäß ganz anders. Er weist darauf hin, dass der ZKE bereits in der SZ vom 10. März 2010 für seine Schlösser warb und in der SZ vom 14. Juni sogar dazu aufrief, die Schlösser möglichst früh zu bestellen – um Engpässe zu verhindern.

Allerdings sei das Echo zunächst nur gering ausgefallen. Erst nach den SZ-Berichten vom 13. und 26. November sei die Nachfrage nach Schlössern sprunghaft gewachsen. Im Dezember kamen schließlich rund 50 Bestellungen pro Tag. Am 1. Januar 2010 gab's in Saarbrücken 2379 Mülltonnenschlösser. Am 1. Januar 2011 waren es schon 6748; Zuwachs 284 Prozent.

Rund 3000 Anträge auf Schlösser sind derzeit noch unbearbeitet. Bis Ende Januar rechnet Selzner damit, dass weitere rund 4000 Stück dazukommen, so dass am Ende etwa 14000 der insgesamt 80000 ZKE-Mülltonnen ein Schloss haben werden. Der ZKE hat sein Montageteam inzwischen auf sieben Leute aufgestockt – allerdings sind zwei davon im Augenblick krank.

Mieten oder kaufen?

Wer ein Schloss beantragt, muss gegenwärtig mit rund zehn Wochen Wartezeit rechnen. Wenn das Montageteam dann einläuft, ist die Sache normalerweise in fünf Minuten erledigt – vorausgesetzt die Monteure müssen nicht stundenlang nach der Tonne suchen.

Die Bürger können ihr Schloss entweder mieten oder – juristisch korrekt formuliert: das Recht zur ständigen Nutzung des Schlosses erwerben (verkürzt: „kaufen“).Wer mietet, der bezahlt für die Montage an einer 120- oder 240-Liter-Tonne neun Euro und anschließend monatlich 45 Cent. Die Montage an einer 700- oder 1100-Liter-Tonne kostet 38,06 Euro, die Monatsmiete 99 Cent.

Wer lieber „kauft“, bezahlt fürs Schloss inklusive Montage an 120- und 240-Liter-Tonne 22 Euro, an 700- und 1100-Liter-Tonne 64 Euro. Wenn die Schlösser – egal ob gemietet oder gekauft – kaputt gehen, werden sie vom ZKE kostenlos repariert. Ausnahmen: Wenn die Bürger den Schlüssel abgebrochen oder die Tonne zugepresst haben und wenn das Schloss total verrostet ist.

Keine Regelung gibt's bisher für den Fall, dass Schlösser aufgebrochen werden, um illegal Müll in die Tonne zu stopfen. Aber so etwas ist in Saarbrücken auch noch nicht aktenkundig.Wer den Schlüssel zu einer Tonne hat, kann damit nicht automatisch alle anderen öffnen, denn der ZKE verwendet insgesamt rund 200 Schloss- und Schlüssel-Variationen und achtet darauf, dass dort, wo mehrere Tonnen stehen, keine mit dem Schlüssel der anderen zu öffnen ist. Es sei denn, die Kunden verlangen genau das.

Das Montageteam wirft den Bürgern pro Schloss zwei Schlüssel in den Briefkasten. Kopien kann man sich beim Schlüsseldienst machen lassen. Wer beide Originale verliert, kann sich beim ZKE ein drittes Exemplar ausleihen, um damit zum Schlüsseldienst zu gehen.

Bürger müssen zahlen

Wer sich weigert, die neuen Müllgebühren zu bezahlen, setzt sich – laut Bernd Selzner – ins Unrecht. Und dabei spiele es keine Rolle, ob jemand womöglich schon zehn Wochen vergeblich auf ein Mülltonnenschloss wartet. Denn laut Gebührenrecht seien die Bürger dazu verpflichtet, den ZKE für „erbrachte Leistungen“ – also für die Müllabfuhr – gemäß der geltenden Gebührenordnung zu bezahlen.
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