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Müssen Dudweiler und Altenkesseler Bäder schließen?

Schon wieder steht das Dudweiler Freibad zur Disposition, diesmal aber sehr viel konkreter, als noch vor drei Jahren. Unser Foto entstand im Sommer 2012.

Schon wieder steht das Dudweiler Freibad zur Disposition, diesmal aber sehr viel konkreter, als noch vor drei Jahren. Unser Foto entstand im Sommer 2012.



Dudweiler/Saarbrücken. Eine Woche, nachdem die Abschaffung des Dudweiler Sonderstatus im Saarbrücker Stadtrat besiegelt wurde, kam am gestrigen Montag die nächste Hiobsbotschaft für den Stadtbezirk: das Dudweiler Freibad soll nach  Informationen der Saarbrücker Zeitung geschlossen werden. Zudem soll auch das Kombi-Bad in Saarbrücken-Altenkessel aufgegeben werden. Und das schnellstmöglich, wie aus zuverlässiger Quelle verlautet. Die beiden Vorschläge entstammen einem Gutachten, das seit Wochen mit Spannung in der Landeshauptstadt erwartet wird. Erstellt hat es die Firma, die das Calypso, also das einzige private Bad in Saarbrücken, betreibt: GMF – die Gesellschaft für Entwicklung und Management von Freizeitsystemen mbH & Co. KG (SZ vom 4. Juli 2012).

Rund fünf Millionen Euro Miese machen die städtischen Bäder im Jahr insgesamt. 800 000 Euro müssten eingespart werden, wie Saarbrückens Bürgermeister Ralf Latz vergangene Woche bei der Verabschiedung des Haushalts erklärte. In Auftrag gegeben hatte das Gutachten für 60 000 Euro die Bäderbetriebsgesellschaft Saarbrücken (BBS). Deren Aufsichtsratsvorsitzender ist Sportdezernent Harald Schindel (Linkspartei). Zu Einzelheiten hinsichtlich des Gutachtens wollte er sich gestern auf SZAnfrage nicht äußern. Auch nicht dazu, dass der Verwaltung angeblich auch sukzessive die Schließung sämtlicher Saarbrücker Schulschwimmhallen empfohlen wird.

Thomas Blug, der Pressesprecher der Landeshauptstadt, wollte sich ebenfalls nicht zu Einzelheiten äußern – vor allem in Hinblick darauf, dass jetzt erst einmal die zuständigen politischen Gremien am Zug sind. Und in Hinblick darauf, dass die Verwaltung noch auf die Vereine zugehen werde. Thomas Blug bestätigte bloß, dass die Expertise jetzt vorliegt. Darin enthalten seien verschiedene Vorschläge, wie notwendigerweise in der Saarbrücker Bäderlandschaft Geld eingespart werden könnte. Der Aufsichtsrat der Bäderbetriebsgesellschaft wird am Mittwoch über das Gutachten nichtöffentlich diskutieren.

Bereits vor drei Jahren erwägte die Verwaltung im Saarbrücker Rathaus, das Dudweiler Freibad an der St. Ingberter Straße und auch das Kombi-Bad in Fechingen dicht zu machen. Im Stadtbezirk brach ein Sturm der Entrüstung los, eine Bürgerinitiative formierte sich. Doch ziemlich schnell kam damals die erlösende Nachricht in Form einer Presseerklärung: Das rot-rot-grüne Stadtratsbündnis beendete kurzerhand die Schließungsdebatte (SZ vom 23. Februar 2010).

Und nun geht für die Freibad-Fans die ganze Diskussion wieder von vorne los. Die Geschichte des Dudweiler Freibades begann vor knapp 90 Jahren. Am 9. August 1924 war die feierliche Eröffnung. „Das Licht-, Luft- und Sonnenbad war weit über die Gemeindegrenzen hinweg ein beliebter Ort der Erholung und sportlichen Betätigung“, schrieb 2010 die örtliche Geschichtswerkstatt. Und: An einem Sonntag im Jahr 1928 wurden 14 000 Eintrittskarten verkauft.


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