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Murmeltier-Tag: Wie lange dauert der Winter?

In dieser Woche ist in Deutschland endlich der Winter eingekehrt. Als am Dienstag zum ersten Mal in diesem Jahr die Temperatur unter Null Grad fiel, wurde prompt die Eisbahn in der Homburger Innenstadt abgebaut. Vier Wochen hatte sie bei Regen vor sich hin gedümpelt, jetzt, wo's endlich knackig kalt wird, ist die Eislaufzeit beendet. Kann man solche unglücklichen Zufälle verhindern?

In manchen Gegenden der USA, besonders in Pennsylvania, feiert man am heutigen 2. Februar den Groundhog Day. An diesem Tag (Maria Lichtmess) wird traditionell eine Vorhersage über das Fortdauern des Winters getroffen.

Dazu werden im Rahmen von Volksfesten Waldmurmeltiere zum ersten Mal im Jahr aus ihrem Bau gelockt. Wenn das Tier „seinen Schatten sieht“, das heißt, wenn die Sonne scheint, soll der Winter noch weitere sechs Wochen dauern. Für Tierschützer ist die Vorstellung, ein winterschlafendes Tier frühzeitig zu wecken, ein Unding, weshalb diese Sitte bei uns wohl kaum Einzug halten dürfte. Aber wir haben uns etwas anderes überlegt: Was, außer Tieren wie Haselmaus, Igel oder Siebenschläfer, hält bei uns denn Winterschlaf?

Zum Beispiel die Eisdielen. Oder die Freibäder. Wie schlafen Freibäder? „Das kommt aufs Freibad an“, erläutert Jörg Imbsweiler von den Bexbacher Stadtwerken. Also ist ein Freibad auch so eine Art Murmeltier? „Auch ein Freibad will in Ruhe gelassen werden“, so Imbsweiler, „jedenfalls bis Mitte März“. Es komme auf die Beschaffenheit der Freibadwände an, ob das Becken leer stehen kann oder nicht.

Im Fall des Bades an der Hochwiesmühle befindet sich Wasser im Becken, „um den Druck auf die Wände aufrecht zu erhalten“. Allerdings wird es mit Frostschutzmittel angereichert, so dass es nicht friert. Erst Mitte März, wenn mit Frost nicht mehr zu rechnen ist, wird der Freibad-Schlaf beendet, das Becken leergepumpt, mit dem Hochdruckreiniger geschrubbt, neu befüllt und erst nach mehreren Wasserproben, die einwandfrei sein müssen, für die Bevölkerung fregegeben. „Ich habe eine Checkliste“, betont Imbsweiler, „es gibt eine Menge Dinge, die im und um das Freibad zu erledigen sind.“ Dazu gehören neben Baum- und Heckenpflege auch Arbeiten am Beckenrand, in den Kabinen, bis hin zu den Parktplätzen.

Auch in Kirkel halten die beiden Freibäder Winterschlaf. „Da läuft im Moment nichts“, betonte Claus Eckel gegenüber unserer Zeitung. Bereits erledigt sind im Limbacher Freibad die Arbeiten an Duschen, Toiletten und an Trennwänden. „Jetzt warten wir, bis es nicht mehr friert, denn erst dann können wir an den Becken Ausbesserungen vornehmen.“ Auf der Liste stehen Arbeiten am Beckenkopf im Kirkeler Freibad, ebenso werden Farbe und Fliesen ersetzt. Der Murmeltiertag, an dem die Kirkeler Freibäder endgültig aufwachen, ist der 1. März.

„Dann werden die Hecken geschnitten, die Bänke aufgestellt, die Spielgeräte und die Sprungbretter überprüft“. Auch in den Becken in Kirkel schwappt derzeit noch altes Wasser, das im März dann vollständig abgelassen wird. Um das Wasser liegt ein elastischer Ring, damit es nicht das Becken sprengen kann, wenn es friert.

Kein Bedarf besteht derzeit an Speiseeis im Freien. Seit Ende Oktober sind die Homburger Eisdielen geschlossen, die Pächter haben sich in den meisten Fällen nach Italien verabschiedet. Beim Speiseeis endet der Winterschlaf üblicherweise im April, dann kommen die Betreiber zurück nach Homburg. Das erste laute Zischen der italienischen Kaffee-Maschinen zeigt, dass der Winter endgültig vorbei ist und nun auch das Murmeltier aus seinem Loch kommen kann. Allerdings müssen wir bis dahin noch zwei Monate warten.
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