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Museumsbau-Experte will 'positiven Drive' für vierten Pavillon

Es kommt Bewegung in die Diskussion um den vierten Museums-Pavillon in Saarbrücken.

Es kommt Bewegung in die Diskussion um den vierten Museums-Pavillon in Saarbrücken.



Saarbücken/Berlin. „Einfach nur schnell fertig bauen, das wäre die allerschlechteste Lösung. Damit hätte man ein Haus da stehen, das niemand wirklich haben will, und die jetzige Situation wäre zementiert.“ Es ist der gefragte Berliner Museumsbau-Fachmann Volker Staab, der das sagt. Auf Empfehlung der hiesigen Architekten-Verbände (Werkbund, Bund deutscher Architekten, Stiftung Baukultur) hat ihn die Landesregierung als Berater herangezogen. Staab war unter anderem ins Kuratorium geladen, doch er gehört nicht der Bau-Lenkungsgruppe an. Er ist ein geschätzter Mann, erhielt 2011 den Großen BDA-Preis. Auf Nachfrage der SZ gibt er folgende Einschätzung ab: Aus dem Rohbau sei noch etwas Vernünftiges zu machen.

Als Funktionsbau sei das Gebäude tauglich: „Ich fürchte, man hat den Vierten Pavillon schlechter geredet als er ist und durch Veränderungen des früheren Bauherren an der Planung von twoo-Architekten schlechter gemacht als er ursprünglich war.“ Staab sieht vordringlich eine städtebauliche Problematik. Der Bau sei zu voluminös, doch ein Abriss sei keinem Steuerzahler zumutbar. Staab empfiehlt, den Vierten Pavillon von einem profilierten Büro zu Ende bauen zu lassen: „Das macht aber nur Sinn, wenn die Urheberrechtsfrage mit twoo Architekten geklärt ist.“ Es müsse totale Gestaltungsfreiheit herrschen, sonst fände sich kein renommiertes Büro für diese Aufgabe. Staab hielte es allerdings für am Sinnvollsten, wenn die Stiftung twoo-Architekten noch einmal gewinnen würde.

Bekanntlich ist das Kölner Büro im Streit mit dem mittlerweile entlassenen Stiftungsvorstand Ralph Melcher und dessen Projektleiter aus dem Vertrag ausgestiegen. Das Kultusministerium hat jedoch erklärt, dass die Bau-Aufgabe neu ausgeschrieben werden muss und sich twoo-Architekten in dem öffentlichen Vergabeverfahren (VOF) wie alle anderen noch einmal bewerben müssten. Staab sieht eine große Chance darin, den Bau mit einem wirklich großen Namen zu verbinden: „Nur eine externe Kraft kann die Stimmung drehen und der Sache positiven Drive geben“, sagt er. Dreh- und Angelpunkt sei die Fassaden- Gestaltung, die ein Künstler von Weltrang wie beispielsweise Olafur Eliasson übernehmen könnte.

Dieses Modell eröffnet laut Staab die Chance, mit twoo Architekten weiter zu machen. Staab bringt zudem einen beschränkten Wettbewerb (Einladung von ausgewählten Büros) ins Gespräch. Die Debatte über neue hochwertige Ideen brächte positive Energien und neue Strahlkraft für das Projekt. Würde dies aber nicht für eine weitere Kostensteigerung sorgen? „Man muss sich entscheiden“, sagt Staab, „Will man für möglichst wenig Geld etwas fertig bauen, was keiner haben will oder für etwas mehr Geld einen Bau hinstellen, der Menschen begeistert und mit dem sie sich identifizieren.“ Er warnt eindringlich vor einer pragmatischen Generalplaner-Lösung: „Das wäre eine Niederlage.“


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