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Musical-Projekt: ,,Stumm“ feiert heute Premiere

Das Musical-Projekt Stumm feiert heute Premiere.

Das Musical-Projekt Stumm feiert heute Premiere.

Er hat Karriere gemacht, spielt demnächst in einer ORF-Fernsehserie: Martin Leutgeb, vor Jahren einer der Top-Darsteller am Saarländischen Staatstheater. Als „Vater“ des Neunkircher Musical-Projektes, das heute Premiere hat, blieb er dem Saarland verbunden. Die SZ fragte nach den Gründen.
 
Neunkirchen.
Ausnahmetalente gibt es immer wieder. Aber einen wie ihn vergisst man nicht. Martin Leutgeb (Foto: SZ), zwischen 1999 und 2005 am Saarbrücker Staatstheater engagiert, bevor er den Sprung nach Stuttgart schaffte, ist mehr als ein wirkungsmächtiger Darsteller mit Platzhirsch-Begabung: ein Menschenfänger. In Theaterkreisen nennt man das „Rampensau“, ein Kompliment. Leutgeb sieht sich anders: „Ich habe weder in Saarbrücken noch in Stuttgart Machtkämpfe um einen Platz in der ersten Reihe geführt.“
Braucht er auch nicht. Die Herzen fliegen ihm von selbst zu, wie man an seiner Neunkircher Fan-Gemeinde sieht. 2003 übertrug ihm Oberbürgermeister Jürgen Fried die künstlerische Leitung des ersten Musical-Bürger-Projektes. Leutgeb stemmte mit 220 Bühnen-Neulingen ein selbst geschriebenes Musical („Casting“). Und produzierte in jährlichem Rhythmus weiter, unter anderem „Merlin“ und „Lysistrate“.

Heute wird „Stumm“ (2009) wieder aufgenommen. So strickte Leutgeb mit am neuen Werbe-Label und Kulturprofil „Musicalstadt“. „Das ehrt unsere Arbeit“, sagt er. Doch diese Art Anerkennung erklärt kaum, warum Leutgeb jedes Jahr erhebliche Termin-Strapazen auf sich nimmt. In diesem Jahr besonders abenteuerliche. Denn seit 14. Juni dreht er eine ORF-Fernsehserie, „Die Steintaler“, die im Neolithikum spielt. Er verkörpert Gulo, einen „gefräßigen“ Waldmenschen, und trät einen Lendenschurz „Das Bäuchlein ist immer zu sehen. Ich habe dafür gesorgt, dass es die Traummaße behält“, sagt Leutgeb. Gedreht wird ausschließlich im Freien. „Hochwasser, Flammen und Erfrieren habe ich schon hinter mir.“ Warum begibt sich ein Charakterdarsteller, der in Saarbrücken Danton, Tell, Siegfried und Shylock veredelte, in derartige TV-„Niederungen“? Will er enden wie sein Saarbrücker Kollege Harald Krassnitzer, der in Saarbrücken mit Subtilität glänzte und jetzt den „Winzerkönig“ mimt? Reich wird man beim Fernsehen, aber glücklich? Die Lockungen der dicken Gagen hätten ihn durchaus erreicht, meint Leutgeb. Doch er nennt einen entscheidenderen Grund: „Das Fernsehen gehört ins künstlerische Komplettpaket“.
Letzteres umfasst nicht nur Schauspielern in Stuttgart unter Starregisseuren wie Michael Thalheimer, Karin Henkel oder Volker Lösch samt Ausflügen zum Berliner Theatertreffen und Auftritte mit dem Late-Night-Moderator Harald Schmidt, der bei Intendant Hasko Weber seine Bühnenkunst-Ambitionen auslebt („ein angenehmer Zeitgenosse“). Darüber hinaus schreibt und inszeniert Leutgeb Märchen, hat einen Lehrauftrag an der Stuttgarter Hochschule für Darstellende Kunst – und eben die Neunkircher Musical-Verpflichtung oder sagen wir „Herzensangelegenheit“.

Leutgeb, der Liebenswürdige, kann nicht anders als berührt zu sein. „Alle sind so engagiert dabei, man sieht eine enorme Entwicklung. Das Ganze hat auch eine soziale Komponente, die Produktion gibt den Menschen ein Ziel, bietet Teamerfahrung.“ Zur Zeit hängen alle freilich in einer Warteschleife für 2011. Denn die Stadt will die Gebläsehalle zu einer professionellen Spielstätte umbauen, eine Uraufführung wäre nicht realisierbar.

Premiere/Wiederaufnahme von „Stumm. Das Musical“: heute, 20.30 Uhr. Weitere Termine: 14., 15., 17., 18., 20., 21., 22. August im Alten Hüttenareal. Karten: Tel. (06 81) 58 82 22 22 und bei www. eventim.de

 



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