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Musik-Download ins Wohnzimmer

Je später die Party, desto spezieller die Musikwünsche der Gäste. Wenn dann etwa Lady Gaga in der eigenen Musikbibliothek fehlt, helfen Internet-Dienste, die jedes verfügbare Lied vollständig „streamen“ (auf Deutsch: strömen), also direkt aus dem Internet auf die Lautsprecher bringen. „Der Trend geht weg vom Besitz und hin zum Zugang zu Musik“, sagt Marcus von Husen vom Kölner Streaming-Dienst Simfy. Dort haben registrierte Nutzer Zugriff auf mehr als sechs Millionen Titel, aus denen sie eigene Playlisten zusammenstellen können. Die Basisversion mit Zugang zu aktuell acht Millionen Liedern vom Computer aus gibt es kostenlos. Für rund zehn Euro im Monat kann man auch unterwegs von mobilen Geräten aus sowie werbefrei auf den Musik-Server zugreifen. Die beiden Simfy-Gründer Christoph Lange und Steffen Wicker haben das Portal ursprünglich für den Preisvergleich von Musikdownloads eingerichtet, in der jetzigen Form gibt es Simfy seit Mai 2010.

Für jeden abgespielten Titel zahlt Simfy einen bestimmten Betrag an die Verwertungsgesellschaft Gema und an die Rechteinhaber. Mit großen Plattenfirmen seien ebenso Rahmenverträge geschlossen worden wie mit den Interessenvertretungen von unabhängigen Labels. Alles sei also absolut legal, erklärt von Husen. Genaue Zahlen zu den Mitgliedern gibt Simfy nicht an, die Resonanz sei aber sehr gut. Für das Unternehmen komme es darauf an, sich vor der Konkurrenz eine solide Nutzerbasis zu verschaffen. In der Schweiz hat etwa die Mediengruppe Tamedia im Herbst 2010 den Streaming-Dienst Soundshack auf den Markt gebracht, zu einem Monatspreis von rund 11,50 Euro. Mit „Music Unlimited“ hat Sony im Januar einen Streaming-Dienst für die eigenen Geräte mit Internet-Zugang gestartet. Im Repertoire sind den Angaben zufolge sechs Millionen Titel. Für 3,99 Euro im Monat gibt es den Zugriff auf einzelne Musik-Kanäle, für 9,99 Euro die freie Auswahl.

Streaming immer häufiger auch im  Wohnzimmer

Von den Musikstreaming-Diensten sind Internet-Radios zu unterscheiden, deren Programm die Nutzer aufgrund ihrer persönlichen Vorlieben mitgestalten können. Dazu gehört das bereits 2002 gegründete Angebot Last.fm, das seinen Schwerpunkt künftig verstärkt auf Angebote für weniger bekannte Interpreten legen will.
„Wir waren immer schon eine Plattform für Musiker, die sich profilieren wollen“, erklärt Last.fm-Manager Stefan Baumschlager. Zum Empfang von Streaming-Diensten ist eine Breitbandverbindung sinnvoll. „DSL sollte es schon sein“, sagt von Husen. Zur mobilen Nutzung auf dem Handy sagt der Innsbrucker Experte Martin Pircher vom Internet-Dienst streaming-audio.de: „128 Kilobit sind für UMTS-Übertragung kein Problem, bei GSM werden allerdings Abstriche bei der Qualität unabdingbar sein.“ Interessante Klang-Nuancen können da schon mal unter den Tisch fallen, worin der Audio-Experte Lothar Kerestedjian ein Qualitätsproblem sieht. Das Streaming über Smartphone und Kopfhörer sei zwar ein Zukunftsthema, sagt der Hamburger. „Für den audiophilen Hörer daheim geht das aber gar nicht.“ Kerestedjian startet mit Highresaudio.com gerade ein neues Download-Portal für Musik in hoher Qualität. Auch im Wohnzimmer wird immer häufiger Musik aus dem Netz gestreamt. Hier „bieten sich ganz neue Möglichkeiten, wie beispielsweise Lautsprecher mit integriertem WLAN“, sagt Pircher. Der Trend gehe somit zunehmend auch in den Bereich der Stereoanlagen und erreiche hier ganz neue Zielgruppen. www.simfy.de www.20min.ch/soundshack/ www.streaming-audio.de www.highresaudio.com Bildunterschrift Musikportale im Internet versprechen grenzenloses Musikvergnügen. Foto: Sennheiser/gms
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