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Musiker Peter Ruppel kritisiert die neuen Regeln für Straßenmusikanten

Straßenmusik – Belästigung oder Bereicherung? Das ist eine spannende Frage, fand Peter Ruppel. Deshalb, erzählt er, habe er sich gerne zu einem Gespräch bereiterklärt, als der Grünen-Politiker und Dezernent Thomas Brück ihn im Herbst vergangenen Jahres zu einem Gedankenaustausch einlud. Dem Gespräch mit Brück folgte Anfang des Jahres eins im Ordnungsamt. Alles lief gut, diesen Eindruck habe er jedenfalls gehabt, sagt Ruppel. Er habe geglaubt, dass Politik und Verwaltung ernsthaft am Rat eines Musikers, der Erfahrung auf der Straße hat, interessiert sind, bevor sie sich an die „Regulierung der Straßenmusik “ wagen.

„Förderung qualitativ guter Musik ist das beste Regulativ gegen unerwünschte Belästigung“ – davon habe er die Verantwortlichen überzeugt, dachte Ruppel. Zumal es im Frühjahr ein zweites Gespräch im Ordnungsamt gab. Dann kam der Sommer, und der Stradtrat beschloss auf Vorschlag der Verwaltung eine Regelung, zu der er nur sagen könne: „Genaacht Saarbrigge, nix kapiert!“

Anstatt gute Straßenmusiker zu fördern und etwas fürs Saarbrücker Image zu tun, sei die Stadt „blind für Neues“, habe „engstirnige Auflagen festgesetzt, die sich garantiert kontraproduktiv auswirken werden“. Er selbst fühle sich „veräppelt”, schreibt Ruppel an Oberbürgermeisterin Charlotte Britz.

Dass Musiker nur noch an fünf Stellen rund um die Bahnhofstraße spielen dürfen, unter den Arkaden gar nicht mehr musizert werden darf, könne in einer Stadt mit durchschnittlich 110 Regentagen und ungemütlichen Wintern nur als Signal verstanden werden: „ Musiker bleibt besser gleich zuhause!“ Auch die Regelung, dass „nur noch ab jeder vollen Stunde für eine halbe Stunde musiziert werden“ darf, sei „Unsinn, aber Hauptsache bürokratisch geregelt“, findet Ruppel.

Dass Musiker beim Ordnungsamt vorspielen müssen, sei verrückt. Es gebe Städte , in denen Musiker erst mal zeigen müssen, was sie können – aber nicht beim Ordnungsamt. In anderen Städte werden Musiker professionell „gecastet“, sagt Ruppel. und bekommen dann einen „attraktiven Standort“. Das locke „gute Musiker aus aller Welt in diese Städte “.

In Saarbrücken werde die „Szene dagegen verarmen“, warnt Ruppel. „Ich habe dieser Tage mit etlichen meiner Musikerkollegen gesprochen; Kopfschütteln überall. Ganz bestimmt werden wir nicht für eine Spielerlaubnis beim Ordnungsamt anstehen.“

„Da, wo gute Musiker sind, bleiben die schlechten weg“, sagt Ruppel. „Gute Musik, gute Stimmung, gut gelaunte Kunden“, damit sei es in Saarbrücken vorbei – dank der „besonders dicken Regulierungskeule“. Man habe „das Kind mit dem Bade ausgeschüttet”.

Er hätte sich „mehr Verantwortliche mit Fantasie und Mut gewünscht“. Menschen, die verstehen, dass Musik mit elektronischen Verstärkern angenehmer sein kann, als lautes Musizieren ohne Technik. Das alles habe er den Verantwortlichen erklärt und vorgeführt. Die „Regelwut“ komme wohl daher, dass „die von so Sachen keine Ahnung haben“.
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