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Musikfestspiele Saar 2015 widmen sich Polen

Nachrichten aus der Region Saarbrücken.

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Polen wird es wohl werden. Die Verhandlungen laufen zwar noch – aber es ist so gut wie sicher: Die nächsten Musikfestspiele Saar, die alle zwei Jahre stattfinden, blicken 2015 zum polnischen Nachbar. Das haben sich Vater Robert und Sohn Bernhard Leonardy entlocken lassen, als sie am Mittwochabend auf dem „Saarbrücker Sofa“ im Saarländischen Künstlerhaus saßen, befragt von Moderator Jürgen Albers. Ein Konzert steht schon fest, auch wenn sich das Länderthema doch noch einmal ändern sollte: Stanislaw Skrowaczewski, Erster Gastdirigent der Deutschen Radio Philharmonie (DRP), gibt mit der DRP ein Konzert mit Musik seiner polnischen Heimat. „Es ist ein sehr spannendes Land“, sagte Bernhard Leonardy, der als künstlerischer Leiter die Nachfolge des Vaters und Festivalgründers Robert Leonardy antritt. „Durch seine Filmmusik etwa, durch Komponisten wie Krzysztof Penderecki. Wir werden es machen, wenn die Besten zusagen.“

Den Geiger Nigel Kennedy habe er gerade angemailt, „es kann sein, dass der kommt.“ Leonardy junior hat ja selbst auch ein erfolgreiches Festival ins Leben gerufen, „Orgel ohne Grenzen“, das seit 1992 läuft. Dieses könnte sich 2014, spekuliert er, musikalisch in Richtung Polen bewegen, „als Vorbereitung und Einstimmung“.

An Ländern als Festivalthema will der neue Leiter ohnehin festhalten – dies sei ein „Alleinstellungsmerkmal“ der Musikfestspiele und biete zudem die Möglichkeit, musikalisch in die Breite zu gehen und nicht nur Klassik zu bieten. So will man andere, vor allem jüngere Hörerschichten erreichen – eine Tradition der Musikfestspiele, die zuvor auch schon Rockkonzerte wie von Bob Dylan oder jüngst Peter Maffay boten. „Denn die Klassik-Hörerschaft wächst nicht gerade.“ So denke man auch über eine spezielle „Junior-Mitgliedschaft“ im Förderverein der Musikfestspiele nach.

Als Kurt Bohr, Vorsitzender der Saarländischen Gesellschaft für Kulturpolitik, fragte, wie das denn jetzt so sei mit den Entscheidungen an der Spitze der Musikfestspiele, ging ein wissendes Kichern durchs Publikum – man kann sich eben schwer vorstellen, dass Leonardy senior trotz Abdankung kein Wörtchen mehr mitreden möchte bei dem Festival, das er 1989 gründete. „Es gibt gewisse Diskussionsprozesse“, sagte der Sohn und lächelte ironisch, man sei aber meist schnell einer Meinung. Der Vater: „Man ist erstaunt, wie ähnlich man tickt.“

Anschließend verließ Leonardy der Jüngere das Sofa einer Probe wegen, während Robert Leonardy im Gespräch mit Albers noch einmal gewohnt unterhaltsam zurückblickte: auf seine jugendliche Leidenschaft Leichtathletik, auf seinen festen Glauben, einen Weltrekord gesprintet zu sein, bis er merkte, dass seine Stoppuhr defekt war. Die Musikfestspiele habe er auch aus einer „pädagogischen Absicht“ gegründet: „Ich wollte dem Saarland mal zeigen, was die im Rest des Landes so können. Denn in der Provinz wird man zu schnell selbstzufrieden.“ Er gab auch Einblicke in die schwierige Kunst, Sponsoren und Mitstreiter zu überzeugen: Trinkfest solle man schon sein, „das war aber nie ein Problem“, und: „Ich habe ein bisschen die Gabe, dass ich weiß, was jemand hören will. Das muss man dann ausnutzen.“

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