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Muss auch das Völklinger Hallenbad bald schließen?

Nicht nur die Stadt Saarbrücken hat ein massives Bäderproblem: Auch die Völklinger Kommunalpolitiker werden aufgrund des millionenschweren Sanierungsbedarfs und der gleichzeitigen Schuldenbremse zum Nachdenken gezwungen.

Nicht nur die Stadt Saarbrücken hat ein massives Bäderproblem: Auch die Völklinger Kommunalpolitiker werden aufgrund des millionenschweren Sanierungsbedarfs und der gleichzeitigen Schuldenbremse zum Nachdenken gezwungen.



Völklingen. Seit 2005 gibt es in Völklingen die Diskussion über das marode Hallenbad. Ein Gutachten des Bundesfachverbandes Öffentliche Bäder war damals zum Schluss gekommen, das Völklinger Bad sei unattraktiv. Schon die zur Substanzerhaltung nötigen Investitionen beliefen sich auf 4,5 Millionen Euro. Als Alternative schlugen die Gutachter ein neues Kombibad auf dem Freibadgelände für geschätzte 11,5 Millionen Euro vor. Gesprochen wurde immer wieder davon, aber konkrete Schritte gab es bisher nicht. Und erst im vergangenen Jahr wurde im Hallenbad wieder eine Notreparatur fällig: Marode Wasserleitungen im Keller wurden mit Kosten von rund 100 000 Euro durch Edelstahlrohre ersetzt.

Die Linken im Völklinger Stadtrat hatten nun mit Blick auf die Saarbrücker Diskussion um Bäderschließungen (siehe „Hintergrund“) „Geheimverhandlungen“ zwischen CDU und SPD ums Völklinger Hallenbad vermutet. Dies wiesen SPD-Fraktionschef Erik Kuhn und sein CDU-Amtskollege Stefan Rabel zurück: Es gebe weder irgendwelche Geheimverhandlungen zwischen CDU und SPD noch Vor-Festlegungen in Sachen Hallenbad.

Rabel erklärte, Tatsache sei, dass die CDU-Stadtratsfraktion ein Hallenbad in Völklingen behalten wolle. Im Unterschied zu den Linken nehme die CDU jedoch – wie auch die SPD-Stadtratsfraktion – ihre Verantwortung für die Stadt und das Geld der Steuerzahler ernst. Rabel: „Das bedeutet, dass wir uns nicht erst jetzt Gedanken darüber machen, wie es mit dem bestehenden Hallenbad weitergehen könnte, wenn größere Investitionen in die technischen Anlagen notwendig werden und mit Blick auf die schwierige Haushaltslage geprüft werden muss, ob sich solche größeren Investitionen in das bestehende Bad noch rechnen oder ob ein Neubau – möglicherweise dann im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit – eine Alternative wäre.“

Manfred Jost, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Völklinger Stadtrat und in der Regionalversammlung der bündnisgrünen Fraktion, meinte dazu, eine Reihe von kommunalen Schwimmbädern sei bereits geschlossen worden. Weitere drohten zu folgen. Schließungen drohten dort, wo die nächsten größeren Schäden aufträten – sei es zufällig oder weil man in der Vergangenheit zu investieren versäumt habe. Auch beim Völklinger Stadtbad sei die Situation mehr als kritisch. So drohe bei einem größeren Schaden die Schließung des Hallenbades mit verheerenden Folgen für Bürger, Schulen und Vereine. Deshalb müssten kurzfristig alle Möglichkeiten kommunaler Zusammenarbeit im Regionalverband genutzt und Kooperationsmöglichkeiten (etwa in Form von Zweckverbänden) zur Erhaltung einer bedarfsgerechten Bäderstruktur geschaffen werden.

Hintergrund

Das Freibad in Dudweiler und das Alsbachbad in Altenkessel schließen: Dies schlägt das „Bäderkonzept“ der Gesellschaft für Entwicklung und Management von Freizeitsystemen mbh & Co. KG (GMF) den Saarbrückern vor. Diese Maßnahmen würden nach SZ-Informationen den Saarbrücker Haushalt um rund eine Million Euro pro Jahr entlasten. red


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