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Mutmaßlicher Chef eines Doping-Rings geht Polizei ins Netz

Saarbrücken. Eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren droht einem Serben, der kürzlich Dopingfahndern der Saar-Polizei ins Netz ging. Martin Emmerich, stellvertretender Leiter des Sachgebietes für synthetische Drogen und Arzneimittel beim Landespolizeipräsidium, geht nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen davon aus, dass der 41-Jährige der Kopf einer international agierenden Täterorganisation ist. Nach ihm war auf Veranlassung der Saar-Polizei und Justiz seit Juni mit einem europäischen Haftbefehl gesucht worden. Der Vorwurf: Gewerbsmäßiger Handel mit Dopingwirkstoffen und Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz in einem besonders schweren Fall. Am 7. Oktober wurde der Serbe, der bereits einige Jahre in Baden-Württemberg wegen Drogendelikten inhaftiert war, an der ungarischen Grenze festgenommen. Spezialkräfte der Saar-Polizei holten den als gewalttätig bekannten Mann in Budapest ab. Seit Mitte Oktober sitzt er in Saarbrücken in Untersuchungshaft.

Im großen Stil soll der 41- Jährige mit seiner Bande über ein organisiertes Netzwerk in Deutschland Bodybuilder mit Anabolika und Wachstumshormonen sowie anderen Medikamenten, wie etwa Viagra, versorgt haben.

Auf die Spur des Serben kam die saarländische Ermittlungsgruppe beim früheren Landeskriminalamt im vergangenen Jahr nach der Festnahme eines 35-Jährigen aus St. Wendel, dem demnächst eine Anklage ins Haus steht. Seine Post- und Paketsendungen waren damals auf richterliche Anordnung über mehrere Wochen überwacht worden. Der Bodybuilder, der anfangs nur für den Eigenbedarf Anabolika bezog und später seinen Bekanntenkreis versorgte, packte schließlich in Vernehmungen aus. Er legte sein Kontakte und Verbindungen, die meist per Internet liefen, offen. So wurde er beispielsweise aufgefordert, eine neue E-Mailadresse bei einem ausländischen Server einzurichten. Über diesen Weg erhielt er seine Anweisungen. Für die Ermittler scheint klar, dass der St. Wendeler, der auch größere Geldbeträge für den Serben auf dem Postweg einsammelte und dann an Strohleute in Belgrad schickte, Teil eines großen Netzwerkes ist. Weitere vier Anlaufstationen des 41-Jährigen, die vermutlich auch als Depots für Geld und Medikamente genutzt wurden, sind zwischenzeitlich in anderen Bundesländern erkannt worden.
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