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Mutter und Sohn hielten Braut gefangen

Grund für die Tat war die Ankündigung der Verlobten, sie werde den jungen Arbeitslosen verlassen, wenn er wieder auf die schiefe Bahn geraten würde. Sie wünschte sich, dass er die Familie auf ehrliche Art und Weise ernährt. Tatsächlich hatte der junge Mann schon ein langes Vorstrafenregister: jede Menge Diebstähle und wiederholtes Fahren ohne Führerschein und ohne Versicherungsschutz. Dem Bericht der Jugendgerichtshilfe zufolge musste der verurteilte Mann die zweite Grundschulklasse zwei Mal wiederholen, die Sonderschule brach er nach der siebten Klasse ab. Die Begründung dafür: Die Mitschüler würden einen schlechten Einfluss auf ihn ausüben. Er habe sich für etwas Besseres gehalten, sagt er selbst.
 
Als seine zukünftige Braut ihn verlassen wollte, hielt er die Frau in der gemeinsamen Wohnung fest – als sie zu fliehen versuchte, zog er sie an den Haaren in die Wohnung zurück, warf sie auf das Sofa und zückte ein Messer. Glücklicherweise zog das Opfer die Beine an, zwei Stiche gingen ins Gesäß, einer in den Oberschenkel. So waren die Verletzungen nicht lebensgefährlich. Aus Angst entdeckt zu werden, hielt der Mann die Frau weiter in der Wohnung gefangen. Und seine Mutter unterstützte ihn dabei.

Das Gericht verhandelte gestern unter hohen Sicherheitsvorkehrungen. Sowohl am Gebäudeeingang als auch vor dem Gerichtssaal durchsuchten Beamte die Besucher nach Waffen. Zuvor war das Gericht bedroht worden. Die überraschende Wende kam im Prozess nach einem Gespräch zwischen Richter, Schöffen, Staatsanwältin und Verteidigern. Der Angeklagte und seine Mutter gestanden alles, die Zeugen wurden entlassen und die Sicherheitsvorkehrungen aufgehoben. Staatsanwaltschaft und Verteidigung beantragten dann übereinstimmend eine Jugendstrafe von zwei Jahren und neun Monaten für den Sohn und eine Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu 10 Euro für die Mutter.

Das Gericht folgte diesen Anträgen. Die Mutter kam sogar mit 100.Tagessätzen von je nur fünf Euro davon. Der Grund: Das Arbeitslosengeld ihres Ehemannes war gekürzt worden. szn/akl

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