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NABU: Wegeplan soll Tiere schützen

 Saarbrücken. Der Naturschutzbund Saarland (Nabu Saar) fordert in einem so genannten Tierwegeplan, an zwölf Punkten im Saarland für heimische Tierarten bessere Wegverbindungen über das Autobahnnetz zu schaffen. Die Kosten der Aus- und Neubauten an den Autobahnen, die dies erfordern würde, schätzt der Nabu Saar auf etwa 20 Millionen Euro. Jetzt bestehe erstmals die Chance, dass möglichst viele der vom Nabu Saar geforderten Tierwege-Maßnahmen aus Mitteln des Konjunkturpakets des Bundes umgesetzt werden, unterstreicht der Chef des Nabu Saar, Ulrich Heintz.

Der Tierwegeplan sieht vor, an sechs Stellen entlang der A 1, A 6 und A 8 bereits gebaute Über- und Unterführungen wie etwa Fußgängerbrücken über Autobahnen mit schmalen Grünstreifen zu versehen oder Fußgänger-Tunnel zu verbreitern und dort Bachläufe einzubauen. Zudem ist geplant, über die A 1, die A 62 und schwerpunktmäßig über die A 8 insgesamt vier „Grünbrücken“ zu bauen. Sinn und Zweck der landschaftlich begrünten Brücken ist es, über die durch Autobahnen zerschnittene Landschaft Wege zu bauen, die die Lebensräume der Tiere wieder verknüpfen.

Wildkatzen, Rotwild, Rehe, Dachse, Wildschweine und sogar Fledermäuse, die später einmal im Saarland solche Brücken nutzen sollen, bemerkten nicht, dass sie eine Autobahn überqueren, erläutert Ulrich Heintz. Dem hiesigen Rotwild könnten zumindest drei von sechs Tierquerungs-Ausbauten an der A 1 bei Nonnweiler, an der A 8 bei Büschdorf sowie an der A 6 in der Nähe von Erbach nutzen. Denn die Wege des Rotwilds, in der Fachsprache Korridore genannt, verlaufen, wie eine Karte des Landesumweltministeriums belegt, nahezu parallel zu den nordwestlichen Ausläufern des Saarlands und im Westen in etwa zwischen St. Wendel und Homburg.

In Luxemburg gebe es vielerorts Grünbrücken, sowohl schmalere mit einer Breite von zehn Metern als auch solche mit einer 50-Meter-Breite, weiß der Wild-Biologe Heiko Müller-Stieß, der im Auftrag des Nabu das Tierwegeplan-Gutachten erarbeitete. Je breiter die Grünbrücken angelegt seien, desto besser würden sie angenommen. Voraussetzung dafür sei, dass die Brücke zum einen an den Rändern stark begrünt sei und so gegen Licht und Geräusche schütze und dass sie zum zweiten möglichst landschaftlich abwechselungsreich mit Bäumen, Hecken und Sträuchern bepflanzt sei. Allenfalls eine sechs Meter schmale unbegrünte „Alibi-Grünbrücke“ an der A 8 kurz vor der Ausfahrt Perl-Borg habe derzeit das Saarland zu bieten, so Müller-Stieß. Und die werde von Fuchs, Dachs, Feldhase und Wildkatze kaum angenommen. Bis zum Jahr 2011, so schätzt der Mitinhaber der Freilandforschungsbüros Öko-Log, könnten im Saarland mindestens vier bis fünf der Landschaftsbrücken errichtet sein.

Das saarländische Umweltministerium teilte auf Anfrage mit, den Nabu-Tierwegeplan zu unterstützen und zu begrüßen. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums ist der Nabu-Tierwegeplan „Grundlage für eine weitere, detailliertere Untersuchung“, die gegenwärtig das Büro Öko-Log im Auftrag des Landesbetriebs für Straßenbau macht. Nach Abschluss dieser Untersuchung will das saarländische Wirtschaftsministerium beim Bundesverkehrsministerium in Berlin im Rahmen des Konjunkturpakets II einen Antrag auf Förderung aus Mitteln des Programms „Maßnahmen zur Wiedervernetzung von Lebensräumen“ stellen.Benjamin Rannenberg  
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