L252 Dudweiler - Autobahnzubringer A623 Zwischen Saarbrücken Meerwiesentalweg/Einmündung Dudweiler Straße und Einmündung Autobahnzubringer in beiden Richtungen Gefahr durch Tiere auf der Fahrbahn (21:16)

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Nabu Merzig bekräftigt Ablehnung der Nordumfahrung

Merzig. Der Naturschutzbund (Nabu) in Merzig hat seine Ablehnung der geforderten Nordumfahrung bekräftigt. In einer Stellungnahme erklärt Dieter Ulrich, stellvertretender Vorsitzender der Nabu-Ortsgruppe: „Der Bau einer Nordumfahrung Merzig ist über den Aspekt des Naturschutzes hinaus – etwa der Zerstörung des Lebensraumes der Wildkatze – auch aus energie- und klimapolitischer Sicht nicht zu rechtfertigen.“ Die Straße sei mit dem von der Stadt Merzig beschlossenen Ziel einer Null-Emissions-Kommune nicht zu vereinbaren, findet Ulrich. „Denn die Folge einer weiteren Ausdehnung des schon äußerst dichten Straßennetzes im Merziger Raum wäre eine beträchtliche Zunahme des Güterfernverkehrs zwischen A8 und A1 ebenso wie des Pkw-Fern- und Nahverkehrs.“

Dies würde nach Ansicht von Ulrich zu einem deutlich vermehrten Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids im Merziger Raum führen, was die Bemühungen der Stadt um eine positive Klimabilanz stark einschränken, wenn nicht ins Negative wenden würde. Ulrich: „Schließlich sind laut statistischen Angaben aus dem Bundes-Umweltministerium 28 Prozent der Treibhausemissionen bei uns verkehrsbedingt.“



Dazu hätte nach Überzeugung des Nabu-Vertreters die im Merziger Becken wohnende Bevölkerung verstärkt unter Lärm- und Abgasemissionen zu leiden.  Dazu käme „ein in Volumen und Distanz erhöhter Pendlerverkehr aus demHochwaldraum nach Luxemburg mit entsprechend vermehrtem Energieverbrauch und Abgasausstoß“. In der Folge wäre eine vermehrte Bautätigkeit im Einzugsbereich der Trasse zu erwarten „mit den negativen ökologischen und ökonomischen Auswirkungen einer fortschreitenden Zersiedlung unserer Landschaft“, befürchtet Ulrich.

Verkehrsvermeidung
Aufgabe einer verantwortungsvollen kommunalen Energiewende müsse es aus Sicht des Nabu sein, eine Verkehrs- und Siedlungspolitik der kurzen Wege zu verfolgen, wie sie die saarländische Landesplanung seit den 90er Jahren sowohl unter SPD- als auch CDU-Regierungen festgeschrieben habe. Ulrich: „Nach diesen Maßgaben sind die Daseinsfunktionen Wohnen, Arbeiten, Versorgung, Freizeitaktivitäten, wo möglich, eng miteinander zu vernetzen.“ Ähnliche Töne schlage auch das Bundesumweltministerium an: Zur weiteren Reduzierung der CO2-Emissionen fordere es Maßnahmen zur Verkehrsvermeidung wie kürzere Wege, Erhöhung des Auslastungsgrades von Fahrzeugen (etwa durch Mitfahrer-und Frachtbörsen)und Verlagerung von Pkw- und Lkw-Verkehr auf weniger umweltbelastende Verkehrsträger.

Ulrich fordert: „Dieses Leitziel der kurzen Wege, flankiert durch Ausbau des ÖPNV und eines alltagstauglichen Wegenetzes, muss auch in Merzig Priorität erhalten.“ Ein abgestimmtes Bündel verkehrs-und strukturpolitischer Maßnahmen würde sowohl Merzig zur Null-Emissions-Kommune hinführen als auch eine spürbare Entlastung des innerörtlichen wie des Durchgangsverkehrs bewirken. Der Nabu Merzig appelliere an Verwaltung und Gremien der Stadt, in diesem Sinne tätig zu werden. Ulrich: „Eine aktive Beteiligung der Bürger und Vertreter der Wirtschaft und gesellschaftlich relevanter Gruppen an einem Runden Tisch,wie sie andernorts schon geübt wird, sollte die praktische Umsetzung unterstützen.“
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