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Nabu: Merziger Nordumfahrung wirkungslos

Merzig. Der Ortsverband Merzig des Naturschutzbundes (Nabu) macht Front gegen die vielfach geforderte Nordumgehung: „Die Nordumfahrung für Merzig ist wirkungslos, sie wird nicht gebraucht!“, sagt Manfred Braun, Verkehrsreferent des Nabu Merzig.

Aus den vorliegenden Verkehrsgutachten gehe aus seiner Sicht eindeutig hervor, dass diese Umfahrungsstraße nicht die gewünschte Entlastung der Ortsdurchfahrt von Merzig bringen werde. Nur 12 bis 17 Prozent des Gesamtverkehrs würden diese Straßen nutzen. Der Löwenanteil des Staus in Merzig sei hausgemacht. Die Verkehrsquellen und die Ziele der Autofahrer befinden sich laut Gutachten zu über 80 Prozent in Merzig selbst. „Und dieser Verkehr lässt sich nun einmal nicht auf eine Umfahrungsstraße umlenken.“ Der Nabu erwarte, dass die Umsetzung des Verkehrsgutachtens von Brilon-Bondzio-Weise die Belastung der Innenstadt erheblich reduzieren wird.

Auch eine Wirtschaftlichkeitsberechnung, die jedem Straßenbauprojekt dieser Größenordnung vorausgehe, komme zu dem Ergebnis, dass sich der Bau der Nordumfahrung volkswirtschaftlich nicht rechnet. Hier soll aus Sicht des Nabu „Geld zum Fenster rausgeschmissen werden“. Aber die Naturschützer legen noch eins drauf: „Wer diese Straße will, gefährdet den Merziger Bundeswehrstandort“, findet Braun. Denn die Nordumfahrung solle den Übungsplatz der Kaserne auf der Ell zerschneiden.

Ringbussystem als Chance

„Ohne diesen Übungsplatz macht der Standort Merzig für die Bundeswehr aber keinen Sinn, und alle werden sich die Augen reiben, wenn sie abzieht. Das wäre ein Bärendienst für den Wirtschaftsstandort Merzig und eine echte Katastrophe für den Artenschutz in Merzig, weil dieser Übungsplatz zu den wertvollsten Lebensräumen im Stadtgebiet zählt“, stellt Braun fest. Auch aus wirtschaftlicher Sicht könnte der Versuch, möglichst viele Menschen aus der Kernstadt heraus zu halten, für Merzig zum „Schuss ins Knie“ werden. So mancher Merziger werde sich angesichts der gewollten schnelleren Anbindung an den Hochwaldraum überlegen, seine Einkäufe dann woanders zu tätigen. Damit ginge Kaufkraft in Merzig verloren.

Der Nabu setzt statt auf neue Straßen auf Verkehrs-Alternativen: „Wo sind in Merzig die Anreize zur Nutzung des Umweltverbundes, bestehend aus Bus-, Bahn-, Rad- und Fußverkehr?“, fragt Braun. Anstatt nach Lösungen zu rufen, „die nachweislich keine sind“, sollte nach seiner Ansicht über ein Ringbussystem nachgedacht werden, welches zumindest die größeren Stadtteile (inklusive der großen Siedlungesgebiete wie Gipsberg und Schinkenloch) mindestens im Halbstundentakt miteinander verbindet.

Ein nach den Anforderungen des Alltagsradverkehrs ausgerichtetes Radverkehrsnetz könnte ebenfalls erheblich zur Stauvermeidung beitragen. Nicht zuletzt lehnt der Nabu eine weitere Zerschneidung dieses Lebens- und Erholungsraumes Kammerforst strikt ab, nachdem schon Teile dieses Areals unter dem Asphalt der Umfahrung Besseringen verschwinden werden. „Die Eingriffe in Natur- und Landschaft wären im Vergleich zu der Ortsumfahrung Besseringen noch einmal um ein Vielfaches größer“, mahnt Braun. Die Nordumfahrung soll mitten durch den Kernlebensraum der Wildkatze im Wald und die besonders hochwertigen Lebensräume des Truppenübungsplatzes verlaufen. Braun: „So viele seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten wie hier findet man im Saarland sonst kaum auf so engem Raum.“

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