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Nach Aus für Hela-Baupark Saarlouis drohen Kündigungen

Der Globus-Baumarkt in Völklingen. Dort sitzt auch die Geschäftsführung der Gruppe.

Der Globus-Baumarkt in Völklingen. Dort sitzt auch die Geschäftsführung der Gruppe.

Der Hela-Baupark am Saarlouiser Röderberg wird am 30. September geschlossen. Diese Entscheidung „ist unumstößlich“, sagt Erich Huwer, Geschäftsführer der Globus-Baumarktgruppe. Für die Mitarbeiter, denen das Unternehmen keinen Ersatz-Arbeitsplatz in einem anderen Baumarkt in der Region anbieten kann, werde ein Sozialplan erstellt. Im Saarlouiser Hela-Baupark sind noch etwa 50 Frauen und Männer beschäftigt (gerechnet nach Vollzeit).

Die nahtlose Übernahme der Mitarbeiter in den geplanten neuen Globus-Baumarkt in Saarlouis „ist in diesem Fall unmöglich“, meint Huwer. Durch Verzögerungen beim Genehmigungsverfahren „rechnen wir frühestens 2016 damit, dass der neue Markt eröffnet werden kann“. So lange könne der alte Hela-Baupark nicht mehr geöffnet bleiben, „weil wir mit ihm hohe Verluste einfahren“.

Bislang seien dort fünf Millionen Euro minus aufgelaufen. Würde der Markt weiter geöffnet bleiben, kämen 1,5 Millionen Euro hinzu. „Das können wir uns nicht leisten, wir brauchen das Geld für Investitionen in rentable Standorte. Wir müssen unser Pulver trockenhalten“, erläutert der Chef der Globus-Baumärkte. Eigentlich hätte der Markt schon 2010 geschlossen werden sollen. Damals sei der Mietvertrag ausgelaufen. In den vergangenen Jahren sei er bei einer geringeren Miete mit jährlicher Kündigungsfrist dreimal verlängert worden. „Doch die Verluste blieben trotzdem“, bilanziert Timo Huwer, der zusammen mit seinem Vater die Geschicke der Globus-Baumarktgruppe leitet. Die Kündigungsfrist für den Mietvertrag läuft am 30. Juni aus. „Daher mussten wir handeln.“

Bei der hohen Baumarkt-Konkurrenz in der Region – mit allein zwei Bauhaus-Filialen in Dillingen und Bous – „kann sich nur ein Markt behaupten, der mehr als 12 000 Quadratmeter Verkaufsfläche und ausreichend Parkplätze zur Verfügung hat“, so die Globus-Chefs. Beim neuen Markt in Saarlouis sind 20 000 Quadratmeter beantragt. Die Zahl der Mitarbeiter soll bei rund 100 liegen.

Erich Huwer wehrt sich auch gegen die Vorwürfe der Gewerkschaft Verdi und der Landesvorsitzenden Saar der Linkspartei, Astrid Schramm. Danach sollen die Mitarbeiter des Hela-Bauparks bei Globus zu schlechteren Konditionen beschäftigt werden (wir berichteten). „Das stimmt einfach nicht“, sagt Huwer. Die Entgelt-Bedingungen seien mindestens so gut wie im Verdi-Tarifvertrag. „Wenn Märkte gut laufen, gib es sogar einen Bonus.“ Einen Tarif vertrag will er mit Verdi nicht abschließen. „Wir kommen auch ohne mit dem Thema gut klar.“ 2005 hatten die Globus Baumärkte die Tarifbindung aufgekündigt.

Die Gruppe wächst ansonsten kräftig. Der Umsatz in den rund 100 Globus-Fachmärkten lag 2013 bei 1,31 Milliarden Euro. Für 2014 werden 1,5 Milliarden erwartet – inklusive der elf umgeflaggten Märkte, die von der insolventen Max-Bahr-Gruppe übernommen wurden. Die Globus-Baumarktgruppe beschäftigt insgesamt 7500 Mitarbeiter, davon mehr als 1000 im Saarland. Meinung Ein fataler Fadenriss
 
Von 
Lothar Warscheid

Bei den Globus-Baumärkten werden zum ersten Mal Mitarbeiter in größerer Zahl entlassen. Diesmal gab es einen Fadenriss im Zeitplan. Weil der alte Hela-Baupark am Saarlouiser Röderberg tief in der Verlustzone festsitzt und der geplante neue Markt am Rand der Innenstadt in der kommunalen Genehmigungsmühle steckt, war eine nahtlose Weiterbeschäftigung diesmal nicht möglich. Der jetzt getroffene Schließungsbeschluss ist daher eine unternehmerisch gebotene Entscheidung, auch wenn etlichen Frauen und Männern Arbeitslosigkeit droht. Dass die Gewerkschaft Verdi dies nutzt, um der Globus-Baumarktgruppe Lohndrückerei vorzuwerfen, geht allerdings zu weit. Zur Unzeit wird hier ein langer schwelender Streit neu entfacht. Verdi will die Globus-Fachmärkte in eine Tarifbindung drängen. Die Geschäftsführung will das nicht und das ist ihr gutes Recht.
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