B269 Stadtgebiet Lebach, Heeresstraße bis Koblenzer Straße Zwischen Lebach und Lebach-Bubach in beiden Richtungen Gefahr durch Tiere auf der Fahrbahn Kühe (10:48)

B269

Priorität: Sehr dringend

10°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
10°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Nach Babytod: Merzigerin (23) zu Unrecht beschuldigt

Merzig. Jennifer L. (Familienname ist der Redaktion bekannt) ist wütend, stinksauer auf eine andere Jennifer L.. Denn seit dem Fund des toten Babys an der Tankstelle in Hilbringen wird die 23-Jährige pausenlos übelst beschimpft und mit wüsten Drohungen bombardiert.

„Elende Mörderin“ wurde sie per E-Mail betitelt. Alte Freunde wenden sich von ihr ab, ihre Mutter wird auf offener Straße angemacht, ebenso ihre Schwester Mandy. „Weil wir den gleichen Namen tragen – und nicht nur das“, erzählt die dreifache Mutter aufgebracht. „Wir sind beide gleich alt, kommen beide aus Merzig und haben am gleichen Tag Geburtstag. Ich bin am 29. Juni geboren, sie am 29. Oktober.“ Außerdem haben beide Frauen an der Tankstelle gearbeitet, an der in der Nacht zum Montag der Leichnam des Säuglings gefunden wurde.

„Die Gemeinsamkeiten haben dafür gesorgt, dass wir verwechselt wurden“, meint das Opfer der Hetzkampagne. „Statt zu fragen, haben mich viele Leute einfach verurteilt“, klagt sie. „Ich war über diese grundlosen Beschuldigungen so sprachlos, dass ich gar nichts erwidern konnte.“ Sogar an ihrer Arbeitsstelle, bei Burger King in Merzig, fragten sie die Kunden: „Sind Sie das mit dem toten Baby?“ Angst habe sie gehabt, dass sie ihren Job verlieren könnte, der für sie so wichtig sei.

„Aber mein Chef hat von Anfang an zu mir gestanden, und auch alle Kollegen haben gesagt: ‚Unsere Jenni war das nicht.’ So ein Vertrauensbeweis tut in solch einer krassen Situation schon gut.“ Rückhalt erhält die alleinerziehende Mutter auch in ihrer großen Familie, die ebenfalls Opfer von üblen Nachreden geworden ist. „Sogar mein Opa, der ein Taxi-Unternehmen und ein Gasthaus in Mettlach hat, wird gefragt, ob er sich nicht für seine Enkelin schämt“, erzählt Schwester Mandy. „Alles, was jetzt noch an Rufschädigungen kommt, wird zur Anzeige gebracht. Das müssen wir uns nicht länger bieten lassen.“ Mandy verteidigt ihre Schwester auch auf den Internetseiten Facebook und Wer-kennt-wen. „Es ist so unglaublich, wie schnell Leute einen fertig machen, ohne sicher zu sein, dass sie die Richtige treffen. Ich versuche, meine Schwester davor zu schützen.“

Dass ihre Familie unschuldig am Pranger steht, schockiert auch die Großmutter. „Bei uns sind doch Kinder immer willkommen“, sagt sie mit Tränen in der Stimme und schmust mit Mandys Töchterchen Angelina. „Wo drei Kinder sind, kann auch ein viertes großgezogen werden.“ Um so größer sei die Wut auf die andere Jennifer, meint die Namensvetterin. „Ich habe sie bei Partys kennen gelernt, und wir haben uns darüber lustig gemacht, dass wir so viele Gemeinsamkeiten haben. Jetzt will ich mit ihr nichts mehr zu tun haben.“ Und sie hofft, dass sie endlich ihre Ruhe vor falschen Anfeindungen hat. „Denn ich bin nicht diese Jennifer L.“

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein