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Nach Brand in Müllverbrennungsanlage: Abfall wird verspätet abgeholt

Müllfahrzeuge, die bisher ihren Abfall in Neunkirchen entladen haben, müssen bis zum Jahresende auf die Anlage in Velsen oder auf das Zwischenlager in Ormesheim ausweichen.

Müllfahrzeuge, die bisher ihren Abfall in Neunkirchen entladen haben, müssen bis zum Jahresende auf die Anlage in Velsen oder auf das Zwischenlager in Ormesheim ausweichen.

Saarbrücken. Der Brand in der Müllverbrennungsanlage in Neunkirchen, der in der Nacht vom 12. zum 13. August schwere Schäden am Müllbunker sowie am Gebäude verursacht hat, wird sich bis zum Jahresende nachteilig für die Abfallentsorgung im Saarland auswirken. Bis Ende Dezember wird in Neunkirchen voraussichtlich kein Müll mehr verbrannt werden. Das haben am Freitag Vertreter des Entsorgungsverbands Saar (EVS) und des Betreibers des Abfallheizwerks, Eon „Energy from Waste“ (EEW), zu deutsch: Energie aus Abfall, vor Journalisten in Saarbrücken mitgeteilt.

EVS-Geschäftsführer Karl Heinz Ecker wies darauf hin, dass die Müllfahrzeuge, die bisher ihren Abfall in Neunkirchen entladen hätten, bis zum Jahresende auf die Anlage in Velsen oder auf das Zwischenlager in Ormesheim ausweichen müssten. Dies habe zum Teil deutliche Verzögerungen im Entsorgungsablauf zur Folge. In einzelnen Ortschaften sei deshalb mit Verspätungen bei der Abfuhr von Haus- und Sperrmüll zu rechnen, wofür sich der EVS bereits vorab entschuldige, so der EVS-Chef.

„Für den Entsorgungsverband Saar bedeutet das einen heftigen Eingriff in die gesamten Abläufe der Entsorgung. Jetzt müssen alle vorhandenen Kapazitäten der EVS-eigenen Anlage in Velsen für den saarländischen Müll freigeschaufelt werden,“ so Ecker. „Wir sind froh, zu sehen, wie konstruktiv die Abfuhrunternehmer und die kommunalen Fuhrparks bislang mit der erschwerten Situation umgehen“, sagte sein Amtskollege Heribert Gisch. Insgesamt aber setze der EVS alles daran, dass die Abfuhrpläne so wenig wie möglich gestört würden.

Betriebsleiter Gerhard Hans: Ausfall der Fernwärmeversorgung ist nicht zu befürchten

Für den Fall, dass es zu Engpässen kommen sollte, habe der EVS vorsorglich bereits Alternativen entwickelt. So sollen überzählige Abfallmengen in Ballen gepackt („wie die Strohballen auf dem Feld, nur größer und schwerer“), zwischengelagert und zu einem späteren Zeitpunkt, wenn sich die Situation wieder normalisiert habe, zur Anlage in Velsen verbracht werden.

Um auf alle Eventualitäten sicher vorbereitet zu sein, prüfe der Entsorgungsverband im Moment, ob und zu welchen Konditionen im Bedarfsfall einzelne Abfallchargen beispielsweise in der Anlage von Pirmasens, mit der man Abmachungen für den Fall von Betriebsstörungen im Saarland getroffen habe, oder Luxemburg entsorgt werden könnten. Zu welchen finanziellen Belastungen die Schäden an der Neunkircher Anlage auch beim EVS führen könnten, werde aktuell noch geprüft. Die Wahrscheinlichkeit, dass die auf mehrere Millionen Euro taxierten Schäden des Brandes auch Konsequenzen für die Abfallgebühren im Saarland haben könnten, wurde weder von EEW noch vom EVS gesehen. „Prinzipiell muss davon ausgegangen werden, dass EEW als europaweit agierender Konzern alles dafür getan hat, dass die saarländischen Gebührenzahler nicht unnötig belastet werden“, sagte Ecker. Auch ein Ausfall der Fernwärmeversorgung sei nicht zu befürchten. Darauf wies der Betriebsleiter der Neunkircher Anlage, Gerhard Hans hin. Für diesen Fall habe man mit einem separaten Kraftwerk von neun Megawatt Leistung vorgesorgt, mit dem auf der Basis von leichtem Heizöl die lokalen Kunden bedient werden könnten. Folgen für die Umwelt durch den Brand schloss man aus.

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