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Nach Brandstiftung: Ehemalige Bliesdalheimer Schule soll zur Flüchtlingsunterkunft umgebaut werden

Die Flüchtlinge sind auch in der Gemeinde Gersheim weiterhin ein vieldiskutiertes Thema. Wie Bürgermeister Alexander Rubeck erklärt, waren die ersten beiden Männer der aktuellen Flüchtlingswelle im Jahr 2013 aufgenommen worden. Mittlerweile beherberge die Gemeinde 73 Flüchtlinge, die alle privat untergebracht seien. Der Großteil der Menschen komme aus Syrien und Eritrea. Meistens seien es Männer, die die weite und gefährliche Reise nach Europa antreten. Da aber Privatunterkünfte – wie überall – nicht endlos zur Verfügung stehen, will sich die Gemeinde einen Puffer schaffen, wenn der Flüchtlingsstrom weiter anhalte. Deswegen werde stringent das Ziel weiter verfolgt, die ehemalige Bliesdalheimer Schule für Flüchtlingsunterkünfte bereitzustellen – trotz des Brandanschlags im September dieses Jahres. Wie berichtet, hatten in der Nacht zum 9. September Unbekannte in der Schule einen Brand gelegt, wobei Sachschaden entstand, aber niemand verletzt wurde. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken hatte für Hinweise, die zur Ermittlung des oder der Täter führen, eine Belohnung von 2500 Euro ausgesetzt. Von den Tätern fehlt allerdings bis heute noch jede Spur.

Wie Bürgermeister Alexander Rubeck und Bliesdalheims Ortsvorsteher Bernhard Welsch erklärten, werden derzeit die Räume im neuen Trakt der Schule derzeit saniert, nachdem die Brand- und Rauchspuren des Anschlags weitgehend beseitigt wurden. In rund drei Monaten könnten die Räume für bis zu 20 Flüchtlinge zur Verfügung stehen, wie Gersheims Bauamtsleiter Stefan Gebhart ergänzte. Darüber hinaus habe man im Untergeschoss der Schule noch Raumkapazitäten für rund zehn Asylbewerber .

Die Vereine, die bisher in der Schule ihr Domizil hatten, seien in Räume im alten Schultrakt ausgewichen. Rubeck hatte bereits Ende August dieses Jahres den Bliesdalheimer Ortsrat über die Pläne informiert, den Neubau der ehemaligen Schule zur Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge umzubauen. So sei es möglich, drei Schulsäle als Schlafräume zu nutzen, einen vierten zu einem Gemeinschaftsraum umzubauen, die Toilettenanlage in einen Sanitärtrakt mit Duschen umzuwandeln. Bezuschusst werde das rund 100 000 Euro teure Sanierungsprojekt in der alten Schule im Rahmen des Wohnbauförderprogramms zur Hälfte vom Innenministerium.

Bei Unterbringung von Flüchtlingen werde der Kreis die Mieten zahlen. Nicht gut zu sprechen ist Bürgermeister Rubeck in punkto Flüchtlingshilfe derzeit auf die Amtskirchen. „Die Kirche ist uns keine Hilfe“, bedauert er und verweist darauf, dass die katholische Kirche die leer stehenden Pfarrhäuser in Medelsheim und Rubenheim trotz frühzeitiger Anfrage der Gemeinde Gersheim nicht für die Flüchtlingshilfe bereitgestellt, sondern mittlerweile an Privatleute verkauft hätte. Im Gegensatz dazu gebe es „eine gute Zusammenarbeit mit der Kirche vor Ort“, so Rubeck, der auch die Arbeit der Flüchtlingshelfer in der Gemeinde schätzt und lobt.Der Fahndungsaufruf der Polizei nach dem Brandanschlag vom 9. September hängt immer noch an einer Tür in der ehemaligen Bliesdalheimer Schule.Bürgermeister Alexander Rubeck (Mitte) mit Bauamtsleiter Stefan Gebhart (links) und Bliesdalheims Ortsvorsteher Bernhard Welsch in der ehemaligen Bliesdalheimer Schule, die derzeit saniert wird. In drei Monaten könnten dort dann Flüchtlinge untergebracht werden. Fotos: Joachim Schickert
 

 

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HintergrundKurz nach dem Brandanschlag in Bliesdalheim hatte sich Gersheims Bürgermeister Alexander Rubeck am 9. September dieses Jahres gemeinsam mit dem Bliesdalheimer Ortsvorsteher Bernhard Welsch vor Ort ein Bild von der Lage gemacht. Beide hatten die Tat als feige und abstoßend bezeichnet. Rubeck hatte damals bereits klargestellt, dass die Planungen, die Schule als Unterkünfte für Flüchtlinge herzurichten, weiter betrieben werden. „Selbstverständlich laufen unsere Planungen weiter. Wir kapitulieren doch nicht vor so einem Verbrechen, das ein Angriff auf die sichere Unterbringung von Flüchtlingen ist, aber auch auf den Rechtsstaat. So etwas hat in unserer Gemeinde keinen Platz“, so Alexander Rubeck . ert
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