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Nach Feuer in Kneipe: Erbringer wollen Brandopfern helfen

Erbringen. Noch liegt Erhard Ternig zur Beobachtung im Krankenhaus. Sein Gesundheitszustand ist stabil, wie Erbringens stellvertretende Ortsvorsteherin Astrid Moritz auf SZ-Anfrage sagt. Begriffen hat „de Mann“, wie die Erbringer den mittlerweile 71-Jährigen liebevoll nennen, noch nicht, dass er nie mehr in sein Elternhaus, in dem er über Jahrzehnte lebte, zurückkehren kann, dass ein Feuer das Gebäude von 1904 am Mittwochnachmittag zur unbewohnbaren Ruine gemacht hat. Geblieben ist dem ehemaligen Wirt der Traditionskneipe nichts – ebenso wie der Wirtin, die – wie Ternig – in dem Haus gewohnt hat. „Als ich gegen halb drei an dem Haus vorbeigefahren bin, habe ich gesehen, wie Qualm aus dem Dach aufgestiegen ist“, erzählt Astrid Moritz. „Ich habe mein Auto sofort angehalten. Erhards Nachbarn, Rainer und Evi Schild, kamen sofort gelaufen, haben mir berichtet, dass sie Feuerwehr und Polizei alarmiert hätten.“ Nur „de Mann“ reagierte auf keinen Anruf. „Ich habe mich dann vors Haus gestellt und habe ihn gerufen“, berichtet die Erbringerin weiter. Endlich ging das Fenster auf. „Die Schilds brachten die Leiter an, Feuerwehrmann Stefan Maas, der als erster vor Ort war, hat Erhard über die Leiter gerettet, Evi und ihr Mann ihn bis zum Eintreffen des Notarztes versorgt.“ Für Astrid Moritz, die bis zum Abend am Krankenbett des Brandopfers saß, und Ortsvorsteher Daniel Minas steht fest: „Durch das verheerende Feuer ist ein Stück ‚Dahemm’ verloren gegangen.“ Eine erste Hilfsaktion für den „Mann“ und die Wirtin ist schon angelaufen – durch die christliche Bürgerhilfe, wie Minas und seine Stellvertreterin sagen. Auch die ersten Fühler nach einer vorübergehenden Bleibe haben sie schon ausgestreckt. „Als die Flammen noch gelodert haben, die 65 Einsatzkräfte noch beim Löschen waren, haben viele Erbringer Hilfsbereitschaft signalisiert“, erzählen beide. „Die Kneipe hat bei uns im Ort Tradition, ebenso ‚de Mann’, der ein sympathisches Original ist, und seine nette Nachfolgerin“ – eine Aussage, die Hermann Friedrich, Chef des Sportvereins, bestätigt. „Wir haben so viele schöne Stunden hier verlebt.“ Er nennt es eine Selbstverständlichkeit, im Boot zu sein, wenn es um eine Hilfsaktion für die beiden geht.

Theo Scheid, Vorsitzender des Musikvereins, ist geschockt über den Schicksalsschlag, der Ternig und die Wirtin getroffen hat. „Noch vergangenen Donnerstag haben wir beim ,Mann’ geprobt. Jetzt gibt es das Lokal nicht mehr, in dem wir auch so viele schöne dritte Halbzeiten verbracht haben.“ Was ihn traurig stimmt: Notenmaterial mit über 300 Titeln verbrannten – „ein Schaden von rund 6000 Euro“, wie er sagt. Und noch etwas haben Scheid, im Vorstand des Berg- und Hüttenarbeitervereins, und seine Kollegen zu verschmerzen: die Uniformen und die teure Fahne.

Fassungslos ist auch Wolfgang Schnubel, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins. Er nennt es eine Tragödie, nicht nur, weil die Obstbauern einen ihrer beliebten Treffpunkte verloren haben, sondern auch ein Stück Heimat. „Für ‚de Mann’ und die Wirtin ist das Ganze dramatisch.“


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