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Nach Gewaltverbrechen in Homburg: Sprachlosigkeit im Berliner Wohnpark

Symbolfoto.

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Im Spätsommerlicht ist die Erbacher Tiergartenstraße beschaulich anzuschauen. Mitten im Berliner Wohnpark gelegen wirkt sie am Mittwoch fast wie ein Idyll. Hunde werden ausgeführt, die Postbotin dreht ihre Runde und grüßt freundlich. Doch seit Montag ist in der Tiergartenstraße eigentlich nichts mehr so, wie es einmal war. Ein gewaltsamer Tod im „Randständigen-Milieu“, wie die Polizei es formulierte, hat alles verändert. In der Hausnummer 45, einem großen Wohnblock, wurde ein 61-Jähriger Opfer eines brutalen Übergriffs, mit Schlägen und Messerstichen getötet - wohl von einem 27-Jährigen, den die Polizei inzwischen unter dem Tatverdacht des Totschlags festgenommen hat (wir berichteten).

Die Menschen vor Ort reagieren zurückhaltend. Entweder haben sie nichts mitbekommen, wie sie sagen, oder kennen Opfer und Täter nicht, wie sie sagen. Das verwundert nicht, mit einem Mord will man nicht wirklich was zu tun haben. Immerhin ein morgendlicher Spaziergänger winkt nicht direkt ab, seinen Namen will er aber nicht sagen. Auch er kenne das Opfer nicht, zeigt sich aber von diesem Ausbruch von Gewalt in seiner Straße erschüttert. „Das ist eine ganz schreckliche Geschichte. Ich hoffe, dass die Polizei den Richtigen erwischt hat und dass es für den eine harte Strafe gibt.“ Während die Menschen im direkten Umfeld der Tiergartenstraße am liebsten nichts über diese Gewalttat sagen möchten, können sich die Beamten des Landespolizeipräsidiums (LPP) dem Tötungsdelikt nicht entziehen. Gestern gibt es auf Nachfrage unserer Zeitung in Saarbrücken dazu unter Vorbehalt die Information, dass es wohl einen zweiten Tatverdächtigen gebe. Während die Anwohner meist sprachlos bleiben wollen und die Beamten vor Ort sprachlos bleiben müssen, äußert sich Hans-Jürgen Bernd, Ortsvertrauensmann von Erbach-West und damit „zuständig“ für den Berliner Wohnpark und die Tiergartenstraße. Er sei tief betroffen von der Gewalttat „und ich spreche den Hinterbliebenen meine Anteilnahme aus.“ Gleichzeitig äußerte er die Hoffnung, dass der Vorfall nicht dazu führe, dass Erbach wieder den Ruf eines in Teilen gewaltbereiten Stadtteils erhalte „wie es vor dreißig Jahren war“. Und er macht klar, dass es für die Politik nur wenig Möglichkeiten gebe, soziale Brennpunkte in den Griff zu kriegen.
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