L 365, Vollsperrung für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen in der Ortsdurchfahrt Sitzerath, aufgrund eines liegengebliebenen Schwertransportes Für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen besteht keine Vollsperrung. (19.09.2017, 01:43)

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Nach Gullydeckel-Würfen: Bürger wollen Neunkircher Brücke zurück

Seit November ist die Hasenthal-Brücke gesperrt. Mittlerweile wurde der Zaun noch verstärkt.

Seit November ist die Hasenthal-Brücke gesperrt. Mittlerweile wurde der Zaun noch verstärkt.

Neunkirchen. Die Behörde, an die sich die Forderung der Bürgerinitiative zur Wieder-Öffnung der Fußgänger-Brücke über die Autobahn 8 bei Neunkirchen wendet, glänzte am Freitagabend durch Abwesenheit. Der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS), in dessen Verantwortlichkeit sich die Brücke in Auftrag von Bund und Land (Wirtschaftsministerium) befindet, war der Einladung von Georg Jung zur Bürger-Veranstaltung im Neunkircher Hotel am Ellenfeld nicht gefolgt.

Dabei hatten sich die mehr als 60 Bürger erhofft, zu hören, was der Landesbetrieb tun will, um die Brücke wieder passierbar zu machen.

Zur Erinnerung: Nachdem ein bislang Unbekannter im vergangenen Jahr drei Mal Gully-Deckel auf die Autobahn geworfen und damit Menschenleben in Gefahr gebracht hatte (versuchter Mord), war die Fußgänger-Brücke auf Betreiben der Neunkircher Polizei-Inspektion mit ihrem Leiter Thomas Dräger-Pitz im November mit Zäunen abgesperrt worden. Ein Vorgehen, das Dräger-Pitz angesichts der „konkreten Gefahren-Situation“ auch immer noch für gerechtfertigt hält, wie er den Bürgern bei dem Treffen erläuterte. Wofür die Menschen ganz offensichtlich auch Verständnis haben, will doch niemand riskieren, dass Verkehrsteilnehmer durch einen „Psychopathen“ zu Schaden kommen. Kein Verständnis haben die Leute, denen die Brücke als Verbindung in den zur Naherholung genutzten Wald diente, für die totale Sperrung. Es müsse doch baulich möglich sein, so mehrere Redner, mit Gittern das Werfen von Gegenständen auf die Autobahn zu verhindern ohne sie ganz abzusperren. Dabei denkt man an eine Art passierbaren Käfig auf der Brücke.

Der Neunkircher Bürgermeister Jörg Aumann, selbst Bewohner des betroffenen Altseiterstales und als Jogger und Radfahrer früher Nutzer der Brücke, machte deutlich, dass die Stadt Neunkirchen auf ein „bauliches Folgekonzept“ dränge. Man sei auch mit der mitbetroffenen Gemeinde Spiesen-Elversberg und Landrätin Cornelia Hoffmann-Bethscheider im Gespräch. Zurzeit werden die Kosten für den „Käfig“ auf bis zu 40?000 Euro geschätzt, die der LfS nach Einschätzung der Versammlungsteilnehmer investieren müsse.

Georg Jung konnte für das verantwortliche Wirtschaftsministerium, dessen Pressesprecher Thorsten Bischoff auf seine an Minister Heike Maas gerichtene Fragen geantwortet hatte, nur vermelden, dass man dort noch in der Überlegungsphase sei, dass man sich mit der Polizei abstimmen müsse und wissen wolle, wie lange die Gefährdung noch andauern könne. Dazu stellte Polizeioberrat Dräger-Pitz klar, dass die Sicherheit nur durch bauliche Maßnahmen („das ist jetzt nur ein Provisorium“) gewährleistet werden könne. Nach dem jetzigen Stand der Ermittlungen müsse man davon ausgehen, „dass der Täter noch nicht zum Erfolg gekommen ist“.

Die Mitglieder der neuen Bürgerinitiative, die jetzt fleißig Unterschriften für ihr Anliegen sammelt, sehen noch mehr Handlungs-Möglichkeiten wie das Verschrauben/Verschweißen der Gully-Deckel in der Umgebung der Brücke. Und brachten klar zu Ausdruck, dass die Behörden aufhören sollten, Verantwortlichkeiten hin- und herzuschieben und stattdessen endlich handeln müssten: schließlich gehe es um ihre Lebensqualität.

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