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Nach Hausbrand in Selbach: Nur ein paar Habseligkeiten blieben der Familie

Vor dem ersten Unterschlupf nach dem Feuer (oben von links): Pascal (19) und Marc (21); darunter (von links) Mama Isabell (42), Tochter Alexandra (14), Papa Stephan (46), Dominik (7); darunter Mike (10, links) und Roger (16). Fotos: Zimmermann (4)/Richter (2)

Vor dem ersten Unterschlupf nach dem Feuer (oben von links): Pascal (19) und Marc (21); darunter (von links) Mama Isabell (42), Tochter Alexandra (14), Papa Stephan (46), Dominik (7); darunter Mike (10, links) und Roger (16). Fotos: Zimmermann (4)/Richter (2)

Bittere Tränen kullerten über seine Wange. Denn: „Dominiks großer Teddy ist verbrannt“, berichtet Isabell Richter. Wie so vieles. „Alle Aufnahmen unserer Kinder, als sie klein waren, sind vernichtet.“ Die Mutter muss um Fassung ringen. Von vielen weiteren Details berichtet die Hausfrau (42), die Raub jener Flammen wurden, die Freitag vergangener Woche ihr Zuhause in Selbach zerstörten.

 

Es sind nicht unschätzbare Werte, die sie vermissen, sondern persönliche Dinge, die ans Herz gewachsen waren. So Alexandras Schmuckschatulle. „Die ist weg“, berichtet die 14-Jährige. Und der Zeitmesser, eine übergroße Armbanduhr an der Wand ihres Zimmers.

 

Innerhalb weniger Minuten fraßen sich die Flammen von einer kleinen Stelle im Wintergarten vom Erdgeschoss hinauf bis unters Dach. Es blieb gerade mal Zeit, um die Kinder im Obergeschoss zu rufen, schildert Isabell. „Keine zwei Minuten später und es wäre zu spät gewesen.“ Papa Stephan Marties versuchte, blitzschnell mit einem Feuerlöscher aus der Garage der Lage Herr zu werden. „Doch als ich zurückkam, schlugen die Flammen schon ins Obergeschoss“ – wo die Kinderzimmer waren.

 

Nichts zu retten. Was nicht der Brand vernichtete, wurde durch Löschwasser unbrauchbar. Der älteste Sohn Marc (21): „Wir sollten die Ruß verschmierten Teller aus der Küche zurücklassen, riet uns die Feuerwehr.“ Das sei alles giftig.

 

Welch enorme Hitze sich von außen ausgebreitet haben muss, schildert Isabell Richter am Küchentisch ihrer provisorischen Unterkunft in einem ehemaligen Bosener Hotel: „Sogar mein geliebter Kühlschrank, der vom Feuer einiges entfernt stand, ist verschmort.“

 

Um ein wenig über den Verlust hinwegzuhelfen, habe es sehr viele Spenden gegeben. Die Mutter: „Uns haben Menschen geholfen, die wir gar nicht kannten.“ Noch als sie vor den brennenden Trümmern standen, habe jemand Schuhe für die Kinder gebracht, die in Windeseile barfuß aus der Feuerhölle gerannt waren.

 

Glücksmomente trotz des tragischen Schicksals: Stephan Marties rettete eine Marienstatue seiner Großmutter, wenn auch verrußt. Und vier knapp zwei Wochen alte Katzenbabys. Aber auch das kann die Familie zurzeit nicht über die vielen Verluste hinwegtrösten.

 

Und sei dies nicht schon schlimm genug, gab wenige Tage vor dem Brand der 17 Jahre alte Wagen den Geist auf. Der 46-jährige gebürtige Homburger erledigte damit Besorgungen für seine Rasselbande und seine Mutter, die in der saarpfälzischen Kreisstadt lebt. „Das kann ich nun nicht mehr.“ Geld für die teure Reparatur habe die Familie nicht, die mit Hartz IV auskommen muss. Der Maschinenschlosser ist dauerhaft krankgeschrieben.

 

Heute zieht die Familie nach Türkismühle in eine Notunterkunft der Gemeinde um. Vorerst für drei Wochen. In ein weiteres Provisorium, bis eine dauerhafte Bleibe gefunden ist. Isabell: „Offiziell gelten wir als obdachlos.“ Doch Dominiks Tränen sind an der Seite seines neuen plüschigen Freundes getrocknet.
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