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Nach ICE-Unfall: Zugverkehr weiter gestört

Vom ICE-Unglück in der Pfalz ist auch weiterhin der Zugverkehr im Saarland betroffen. Die Bahn hofft, im Laufe des heutigen Tages wenigstens ein Gleis für den Zugverkehr wieder freizugeben.

Saarbrücken/Lambrecht. Mit massiven Störungen im saarländischen Zugverkehr ist nach dem ICE-Unfall von Lambrecht in der Pfalz auch am heutigen Donnerstag noch zu rechnen. Wie Bernd Honerkamp, Pressesprecher der Deutschen Bahn (DB), unserer Zeitung erläuterte, gestalte sich die Bergung des Zuges, der mit einem auf den Bahnkörper gerutschten Müllfahrzeug kollidiert war, schwerer als gedacht.

Die Hoffnung, dass man noch am Mittwoch ein Gleis für den Zugverkehr wieder freigeben könnte, habe sich nicht erfüllt, sagte Honerkamp. Insofern hoffe man, dass der ICE, dessen beide ersten Wagen entgleist waren, mit Hilfe zweier Kräne wieder auf die Schienen gesetzt und aus dem Unfallbereich entfernt werden könne.

Danach müsse man die Oberleitung reparieren und den Gleiskörper, also Schienen und Schwellen, wieder in Ordnung bringen. Dass könnte im Laufe des Vormittags gelingen; für den morgendlichen Berufsverkehr müsse man zwischen Weidenthal und Neustadt jedoch noch auf Busse umsteigen.

Paris-Züge halten vorerst weiter nicht in Saarbrücken
Für Saarbrücken bedeutet dies, dass die zwischen Paris und Frankfurt verkehrenden Hochgeschwindigkeitszüge zumindest am Vormittag noch über Straßburg umgeleitet werden. Demzufolge sollten Zugreisende Richtung Mainz und Frankfurt die Regionalexpress-Züge auf der Nahestrecke über Idar-Oberstein und Bad Kreuznach benutzen. 

Wer nach Paris will, so empfiehlt es die Bahn, sollte mit Nahverkehrszügen nach Metz reisen, um von dort mit dem TGV in die Seine-Metropole zu gelangen.



Die Kollision von ICE und Müllfahrzeug hatte sich am Dienstag bei Lambrecht in der Pfalz ereignet, als ein Müllfahrzeug auf einem Verbindungsweg, der für den Durchgangsverkehr nicht geeignet ist und parallel zur Bahnstrecke verläuft, ins Rutschen gekommen und auf die Gleise geglitten war.

Müllwerker sprang vom Lastwagen
Wie die Ludwigshafener Zeitung „Rheinpfalz“ berichtet, sprang der auf dem hinteren Trittbrett des Lastwagens stehende Müllwerker sofort ab und alarmierte Polizei und Feuerwehr. Der 35-jährige Fahrer konnte sich selbst aus der Fahrerkabine befreien, wenige Minuten, bevor der Zug in das Hindernis prallte. Der Fahrer habe über Rücken- und Herzschmerzen geklagt, weshalb er später mit dem Rettungshubschrauber in die Unfallklinik nach Oggersheim gebracht worden sei.

Weg für schwere Lastwagen ungeeignet
Der Unfall hat sich nach Darstellung der „Rheinpfalz“ zwischen Lindenberg und dem Lambrechter Ortsteil Dörrental auf einem einspurigen Weg ereignet; dass dieser für schwere Lastwagen ungeeignet sei, wisse man schon lange. So sei auch schon in den 90er Jahren ein Lastwagen auf die Gleise gerutscht, bloß sei da nichts passiert.

Jedoch werde dieser Weg immer wieder von großen Müllfahrzeugen benutzt, weil die Bahnunterführung auf der kürzesten Verbindung zwischen Lindenberg und Dörrental für sie zu niedrig sei. Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft in Frankenthal die Ermittlungen aufgenommen.
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