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Nach Insolvenzantrag ist Auftragslage bei Saargummi wieder gut

Die insolvente Saargummi-Gruppe bekommt laut Sprecher von Banken und Kunden aus der Automobilbranche Soforthilfen in zweistelliger Millionenhöhe. Nun bekommt das Unternehmen auch wieder mehr Aufträge.

Die insolvente Saargummi-Gruppe bekommt laut Sprecher von Banken und Kunden aus der Automobilbranche Soforthilfen in zweistelliger Millionenhöhe. Nun bekommt das Unternehmen auch wieder mehr Aufträge.

Von SZ-Redakteur Christian Beckinger

Büschfeld. Es klingt paradox: Ein Groß-Unternehmen, in dem vor kurzem noch über massiven Stellenabbau gesprochen wurde und das einen Insolvenzantrag gestellt hat, sucht über Zeitarbeitsfirmen zusätzliche Mitarbeiter. Genau das passiert bei Saargummi in Büschfeld. Am 5. November stellte der Automobil-Zulieferer einen Insolvenzantrag, nachdem die damalige Geschäftsführung über Monate hinweg den Abbau von 350 der fast 1000 Arbeitsplätze sowie den Verkauf von Produktionssparten angekündigt hatte. Der geplante Kahlschlag war aber am Widerstand des Betriebsrates gescheitert.

Doch schon kurz nach dem Insolvenzantrag gab es Vermittlungsangebote seitens der Bundesagentur für Arbeit für Stellen im Büschfelder Werk – allerdings wären diese Mitarbeiter bei einem Personaldienstleister angestellt – befristet für drei Monate, „spätere Übernahme in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis möglich“, laut Ausschreibung. Das sieht Saargummi-Betriebsrat Arno Dühr allerdings positiv: „Solange Leiharbeiter bei uns beschäftigt sind, müssen wir uns um die Arbeitsplätze der Stammbelegschaft weniger Sorgen machen.“ Denn die Auftragslage für das Werk sei gut. Die Mitarbeiter müssten Mehrarbeit leisten, um die bestehenden Aufträge erfüllen zu können, sagt Dühr.

Ohnehin habe das Unternehmen schon etwa 130 Leiharbeiter im Einsatz, um die Nachfrage bedienen zu können. Zwar seien ihm befristete Einstellungen direkt bei Saargummi lieber gewesen, erklärt Dühr, aber das sei auf Grund des laufenden Insolvenzantrages nicht so leicht machbar. Ein gutes Signal gibt es aber: „Wir werden allen Azubis, die sich derzeit in Ausbildung befinden, eine befristete Übernahme ermöglichen“ – nach Angaben von Dühr betrifft das 16 junge Menschen.

Dass angesichts einer so guten Auslastung und der Suche nach zusätzlichen Arbeitskräften die frühere Werksleitung Hunderte Stellen abzubauen trachtete, ist für Dühr „ein Zeichen der Konzeptlosigkeit der ehemaligen Geschäftsführung“. Derzeit gebe es für das Werk nach turbulenten Monaten wieder Hoffnung: „Es sieht im Moment nicht nach einem Personalabbau aus“, sagt Dühr, auch wenn die Frage, wer als Investor bei Saargummi einsteigt, noch nicht geklärt ist.

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