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Nach Kindes- Mißbrauch im Saarland: Sechs Jahre Haft für Erzieher (47)

Das Landgericht Saarbrücken hat einen Erzieher, der im Saarland an mehreren Orten Kinder missbraucht hat, zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt. Für die Angehörigen der Opfer ist die Strafe zu gering, der Staatsanwalt hatte zwölf Jahre beantragt.

Von SZ-Mitarbeiter Helmut Jakob

Saarbrücken.
Zwischen 1996 und 2007 hat sich ein 47-jähriger Erzieher, der aus der Nähe von Worms stammt, an seinen zwei Patenkindern und einer Pflegetochter vergangen. Der Mann, der vom Landgericht Saarbrücken zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt wurde, lebte während dieser Zeit in Riegelsberg, Heusweiler und zwei Orten im nördlichen Saarland. Er verlangte von den Mädchen, die zum Zeitpunkt des Missbrauchs sieben bis 16 Jahre alt waren, Sex in der Badewanne. Der Mann überredete sie mit Versprechungen, bot Geld und Geschenke. Sogar mit Tabletten machte er sie schläfrig, um sich an ihnen zu vergehen.

In der Familie des Angeklagten lebten neben zwei eigenen Kindern drei Pflegekinder – eines der Opfer und seine zwei jüngeren Brüder. Diese Kinder wurden dem Angeklagten vom Jugendamt in Obhut gegeben. Monatlich bekam er dafür 4500 Euro Pflegegeld.Der Angeklagte hatte sich auf Druck seiner geschiedenen Frau selbst angezeigt. Vor Gericht war ihm eine deutliche Strafmilderung in Aussicht gestellt worden, wenn er mit einen Geständnis den Mädchen intime Fragen vor Gericht erspart. Er gestand, machte aber verschiedene Abstriche gegenüber der Anklageschrift. Rechtsanwälte der Opfer sahen die Vorwürfe nicht restlos aufgeklärt. Zwei der Mädchen mussten doch in den Zeugenstand. In seinem Plädoyer forderte der Staatsanwalt eine Freiheitsstrafe von zwölf Jahren. Der Angeklagte habe als staatlich geprüfter Erzieher über das schulbuchmäßige Wissen verfügt, wie man Kinder beherrscht. Im Prozess habe er weder Einsicht noch Reue gezeigt. Für die Sicherungsverwahrung seien die rechtlichen Voraussetzungen nicht erfüllt.

Die Vertreter der Nebenklage schlossen sich im Strafmaß an. Sie erreichten dazu Schmerzensgeldzahlungen für die Mädchen zwischen 1500 und 10000 Euro. Die beiden Verteidiger wiesen darauf hin, dass eine Vernehmung der Opfer vor Gericht nicht notwendig gewesen wäre. Ihr Mandant bekenne sich zu seiner Schuld. Man habe zwei der Mädchen vor Gericht aussagen lassen, um zu einem höheren Strafmaß zu kommen.
Mit der Verurteilung zu sechseinhalb Jahren blieb das Gericht bei dem Strafmaß, das für ein umfassendes Geständnis zugesagt wurde. Die Verhandlung habe den egozentrischen Charakter des Angeklagten erwiesen. Er sei darin ausgebildet mit Kindern umzugehen und habe sogar versucht, den Mädchen ein schlechtes Gewissen einzureden. Aber die Selbstanzeige, das Geständnis und die Tatsache, dass keine Vorstrafen vorliegen, rechtfertigten das Strafmaß. Schließlich müsse das Gericht auch für Angeklagte kalkulierbar bleiben, wenn es Verständigungsgespräche gegeben habe. Gegen das Urteil ist Revision möglich. jht

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