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Nach Massaker: Saarlouis geschockt und in Trauer

Saarlouis-Roden. Die Menschen in der Gerberstraße können es auch zwei Tage nach dem grausamen Familiendrama nicht kaum fassen: Martina T. (40), ihr Sohn Jordan (6) und Tochter Sabrina F. (20) brutal abgeschlachtet. Es soll der Vater Horst (47) gewesen sein. – die Anwohner sind geschockt.

Verwandte, Freunde und Bekannte gehen am Tatort vorbei, zünden Kerzen an, umarmen sich mit Tränen in den Augen und spenden sich Trost. Man versucht, das furchtbare Verbrechen zu verstehen.
Die Cousine der getöteten Martina: „Das kann ich gar nicht fassen.“ Sie spricht von einer zerrütteten Familie. Die Frau: „Das war vorprogrammiert! Es gab in der Familie in der letzten Zeit viel Krach, Martina wollte ausziehen. Und es gab Geldprobleme. Wäre sie doch nur ausgezogen!“
Auch mit der Tochter habe es öfter Krach gegeben, erzählt eine Freundin von Sabrina. Das liebenswürdige, nette Mädel war bereits einmal mit ihrem Freund zusammengezogen. Nach der Trennung des Paares musste sie zu ihren Eltern zurück, hatte aber immer den Wunsch, wieder auszuziehen, weil ihr Stiefvater sie immer wieder angeschrien hätte. Die Freundin: „Es gab öfters mal Palaver, aber ich hätte nie gedacht, dass er so durchdrehen würde.“

Die Wadgasserin Sarah Puhl (17), seit zehn Jahren mit Sabrina F. befreundet, ringt um Fassung. Sarah: „Wir wollten uns nächste Woche treffen. Sabrina wollte doch unbedingt mein Kind sehen.“ Gerüchten zufolge war der Lkw-Fahrer extrem eifersüchtig. Sarah: „Sabrina hat mir schon öfter gesagt, dass ihr Stiefvater ihre Mutter schlägt.“ Er habe völlig die Kontrolle über sie übernommen. Sarah: „Die Mutter musste immer sagen, wo sie hingeht.“ Eines der Kinder (17) sei in ein Heim für schwer Erziehbare gesteckt worden, weil sie mit ihm nicht fertig wurden. Die Familie habe sich in letzter Zeit total von der Außenwelt isoliert, sie hätten sich seit langem nicht mehr bei Verwandten und Freunden gemeldet – und dann die Schreckensmeldung.
Der Vater.(47) soll es gewesen sein, der am Wochenende im Haus mit der Nummer 7 fast seine ganze Familie umgelegt hat. Nur den jüngsten Sohn.(3) ließ er leben. Wegen der schweren Vorwürfe verhängte ein Saarbrücker Richter gestern Haftbefehl gegen den mutmaßlichen Mörder, der mit Axt und Fleischermesser drei Menschen gekillt haben soll. Die Polizei fand ihn nach der Tat völlig besoffen neben seiner toten Frau. Anca Klein, Matthias Zimmermann



Mörderische Psychologie

"Der Mörder ist häufig der Ehemann"

Am Beispiel des Familienmordes von Saarlouis macht Professor Harald Dreißing (Foto) vom Mannheimer Zentralinstitut für seelische Gesundheit darauf aufmerksam, dass Mörder häufig aus dem persönlichen Umfeld der Opfer kommt. Dreißing: „Der Mörder ist nicht der Gärtner, sondern häufig der Ehemann.“ Dem Opfer bekannte Täter sind daher die Regel.
Häufig gingen der Tat chronisch schwelende Konflikte voraus. Nicht selten wolle ein Partner den anderen verlassen. Dreißing: „Da spielen Alkohol- und Drogenmissbrauch eine große Rolle.“ Bei Dramen, in denen auch Kinder mit in den Tod genommen werden, sei es nicht selten, dass der Täter psychisch krank sei. Manchmal ende so ein Ausbruch mit dem Selbstmord des Täters. Bei allen Gewaltdelikten sei das männliche Geschlecht führend. Das habe damit zu tun, dass Männer eher dazu neigten, Konflikte gewalttätig auszutragen als Frauen.



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