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Nach Sprengstoff-Fehlalarm in Saarbrücken: Wie Spürhunde der Polizei die Sicherheit des Menschen verantworten

Symbolfoto.

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Wenn es stimmt, dass ein Hundejahr sieben Menschenjahren entspricht, dann sind Diensthunde der Bundespolizei verdammt fortschrittlich: Sie praktizieren bereits klaglos die bei uns so umstrittene Rente mit 67 . Denn der Polizeidienst , den die Hunde meist schon nach dem ersten Lebensjahr antreten, dauert in der Regel dann noch acht bis neun Jahre. In Rente gehen sie also im Schnitt mit knapp 67.

Ein solcher Diensthund der Bundespolizei war es auch, der am Dienstagabend vor einem Schließfach im Saarbrücker Hauptbahnhof einen Sprengstoff-Verdacht anzeigte. Woraufhin die Bundespolizei den Bahnhof um 19.27 Uhr vorsorglich für anderthalb Stunden komplett sperrte, um die vermeintliche Bombe zu entschärfen (wir berichteten). Nach Angaben der Bahn kam es dadurch bei 21 Nahverkehrszügen zu Verspätungen oder Teilausfällen, zudem konnte ein Fernzug erst mit 21-minütiger Verspätung im Saarbrücker Hauptbahnhof einlaufen. Im Schließfach fand die Polizei jedoch keinen Sprengstoff, sondern eine Tüte mit persönlichen Gegenständen und Körperreinigungsmitteln, die Glycerin enthielten. Der Hund hatte korrekt reagiert, denn Sprengstoff kann ebenfalls Glycerin enthalten, wie Andreas Kiefer, Diensthunde-Lehrwart der Bundespolizei in Bexbach, auf SZ-Anfrage erklärt. Zudem habe auch ein zweiter Diensthund einen Sprengstoff-Verdacht angezeigt. Die Polizei habe also entsprechend vorsorglich reagieren und den Bahnhof evakuieren müssen.

Der Geruchssinn von Hunden ist millionenfach feiner als unserer. Der Mensch besitze rund 30 Millionen Riechzellen in den Nasenschleimhäuten, beim Hund seien es 220 Millionen – also über sieben mal so viele, erklärt Diensthunde-Lehrwart Kiefer. Um das zu veranschaulichen, wählt er folgendes Beispiel: Manch' einer kenne vielleicht noch den üblen Geruch von nur einem Gramm Buttersäure aus dem Chemie-Unterricht in der Schule. Ein Hund würde dieses eine Gramm Buttersäure in einem Klassenzimmer erschnüffeln, das so groß wie der ganze Stadtstaat Hamburg ist, so Kiefer.

Bei der Polizei werden Hunde zu Sprengstoff-Spürhunden, Leichen-Spürhunden, Rauschgift-Spürhunden oder sogar zu pyrotechnischen Spürhunden (zum Aufspüren von Feuerwerksböllern in Fußballstadien) ausgebildet. Die Bundespolizei im Saarland hat insgesamt zehn Diensthunde, die sowohl als Schutzhunde (zur Abwehr gewalttätiger Täter) als auch als Sprengstoff-Spürhunde ausgebildet worden sind. Die Schutzhunde-Ausbildung dauert zehn Wochen, die Spürhunde-Ausbildung 14 Wochen. Besonders geeignet für die Spürhund-Ausbildung seien die Rassen Airdale-Terrier, Bouvier del Flandres, Dobermann, Hoverath, Riesenschnauzer, Rottweiler sowie belgischer und deutscher Schäferhund. Die beiden zuletzt genannten Rassen würden allerdings mit über 90 Prozent am häufigsten eingesetzt, erklärt Kiefer.

Die Hunde bleiben ein Leben lang bei dem jeweiligen Hundeführer. Das heißt, auch ihre Rente verbringen sie im Schoße der Familie des Hundeführers. Und sogar eine vorgezogene Ruhestands-Regelung gibt es: Besteht ein Diensthund den alljährlichen Eignungstest nicht, wird er zum „Gnadenbrot-Hund“ und in den vorzeitigen Ruhestand versetzt. Ansonsten, wie gesagt, greift die Rente mit 67 . Das hört sich zwar für manche von uns Menschen nicht gerade verlockend an, aber ein sprichwörtliches Hundeleben, das sieht dann doch anders aus.

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