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Nach Stromausfall an Saar-Uni: Arbeitsalltag noch eingeschränkt

Studenten an der Saar-Uni.

Studenten an der Saar-Uni.

Der Optimismus der Saar-Uni von Anfang der Woche kam verfrüht. Noch immer steht der volle Umfang des Schadens, den am Montagmorgen ein massiver Stromausfall verursacht hat, nicht fest. Ob Forschungsdaten verloren gegangen sind, ist ebenfalls immer noch unklar.

So soll das Bewerberportal, über das sich Studenten bewerben, immatrikulieren oder rückmelden können, trotz vorherigen Jubels doch erst heute wieder funktionieren, so Uni- Sprecherin Friederike Meyer zu Tittingdorf. Auf ihre Zulassungsbescheide müssen Bewerber ebenfalls einige Tage länger als sonst warten. Studenten können zudem die Online-Ausleihe der Uni-Bibliothek derzeit nicht nutzen und keine Leihfristen verlängern. Thomas Kees, technischer Leiter der Bibliothek, sagt: „Wir berechnen aber von Montag bis einschließlich Donnerstag keine Säumnisgebühren. Erst ab heute, wenn hoffentlich alles wieder funktioniert.“

Der Uni-Alltag läuft für die Studenten ansonsten wieder weitestgehend reibungslos. Die Auflade-Automaten für die elektronischen Karten, mit denen Studenten und Mitarbeiter in der Mensa bezahlen, sind größtenteils wieder benutzbar. In der Mensa tummeln sich in der Mittagszeit Studenten und Uni-Mitarbeiter, es riecht nach Pommes frites. Monika Nalbach schaut vom bunten Bildschirm der Mensa-Kasse auf: „Studenten können bei mir auch bar zahlen oder ihre Karten aufladen.“

Johannes Traut (25) studiert Biotechnologie an der Saar-Uni und berichtet augenzwinkernd: „Montagmorgen in der Vorlesung funktionierte das Präsentationssystem nicht. Wir haben uns zu fünft um den Laptop des Professors versammelt, das war ganz kuschelig.“ Dann wird er ernst: „Zum Glück hat unser Institut rechtzeitig Notstromgeräte bekommen. Wir forschen mit eingefrorenen Zellkulturen, die sind sehr empfindlich.“ Falls sie aufgetaut wären, hätte es eine aufwendige Nachzüchtung zur Folge gehabt und die Universität einen sechsstelligen Betrag gekostet, schätzt Traut.

Die Saar-Uni verfügt über sieben Notstromgeräte, die zusammen zwei Megawatt Stromleistung erzeugen können, so Uni- Sprecherin Meyer zu Tittingdorf. Der Uni-Betrieb benötige aber sechs Megawatt. Martin Pilger, Leiter des Hochschulinformationszentrums (HIZ), sagt: „Unser Rechenzentrum stammt aus den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts. Infrastrukturelle Defizite wie eine ausreichende Notstromversorgung sind bereits seit Langem bekannt.“ Nach Pilgers Ansicht muss die IT-Infrastruktur der Saar-Uni neu geplant und aufgerüstet werden, damit selbst so heftige Stromausfälle wie der vom vergangenen Montag nicht alle Server und den Uni-Betrieb lahmlegen. Die beiden wichtigsten Punkte: „Wir brauchen verschiedene Stromzufuhren für unsere Server, damit sie nicht länger am gleichen Trafo hängen“, meint Pilger. „Und wir brauchen ein erheblich verbessertes Notstromsystem. Da muss etwas passieren, sonst stehen wir bald vor der nackten Wand.“

Gestern wurden 280 Serversysteme nach einem gescheiterten Versuch am Dienstag Schritt für Schritt erneut hochgefahren, erzählt Bibliothekstechniker Thomas Kees. „Das kann man sich ein wenig so vorstellen wie eine Wohnung nach einem Kurzschluss“, vergleicht er. „Da testet man auch nicht alles auf einmal, sondern zum Beispiel erst den Herd, dann die Kaffeemaschine.“

Was genau der Stromausfall auf dem Campus alles zerstört hat und wie hoch die Folgekosten sein werden, steht also erst fest, wenn die gesamte Technik überprüft worden ist. Auslöser des abrupten Stromausfalls war ein defektes Hauptkabel. Die Server-Systeme stürzten ab, weil ihnen über Glasfaserleitungen fehlerhafte Daten übermittelt wurden. Thomas Klees fasst zusammen: „Kleine Ursache – aber gewaltige Wirkung.“

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