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Nach Terror-Angriff auf US-Flugzeug stärkere Kontrollen am Flughafen Saarbrücken

Der vereitelte Anschlag auf ein US-Flugzeug hat weltweit die Angst vor neuen Terror-Anschlägen geschürt. Auch auf deutschen Flughäfen wurden die Sicherheitskontrollen deshalb weiter verschärft.

Detroit/Potsdam/Saarbrücken. An zahlreichen Flughäfen weltweit müssen Reisende mit massiv verstärkten Sicherheitsmaßnahmen rechnen. Grund für die ausgeweiteten Kontrollen ist der misslungene Terror-Anschlag auf ein US-Flugzeug an Weihnachten. Gegen den Angreifer, einen 23-jährigen Nigerianer, wurde inzwischen Anklage erhoben.

Auch in Saarbrücken verstärkte Kontrollen


Am Flughafen Saarbrücken-Ensheim gelten jetzt zusätzliche Sicherheitsvorschriften, wie Flughafen-Chef Friedhelm Schwan auf SZ-Anfrage mitteilte. Aufgrund einer Anweisung des Bundesverkehrsministeriums gebe es bis auf Weiteres so genannte Schwerpunkt-Kontrollen mit Handsonden. Die Sonderüberprüfung werde ohne Ankündigung und nur bei bestimmten Personen vorgenommen. Diese zusätzliche Maßnahme gelte voraussichtlich mehrere Monate lang, sagte Schwan. Passagiere sollten deshalb mindestens eine Stunde vor Abflug zum Flughafen kommen.


Angreifer des US-Flugzeugs wollte Airbus sprengen

Der Angreifer des US-Flugzeugs, ein Mann mit mutmaßlichen Verbindungen zum Terror-Netzwerk Al Qaida, soll am Freitag versucht haben, einen Airbus im Landeanflug auf den Flughafen Detroit zu zerstören. Er hatte den Sprengsatz am Körper getragen und war während des Attentatsversuchs von Passagieren überwältigt worden.

US-Präsident Barack Obama ordnete nach dem Vorfall eine Überprüfung der Sicherheitsvorkehrungen an. Zum einen solle die Datei mit Namen von Terror-Verdächtigen geprüft werden. Zudem müssten die Kontrollvorschriften und -methoden an Flughäfen hinterfragt werden. Diese seien "mehrere Jahre alt", sagte Obamas Sprecher. Die EU untersucht, ob alle Sicherheitsregeln in Europa eingehalten wurden.

In Deutschland wurden die geltenden Sicherheitsstandards nach dem Beinahe-Anschlag bereits verschärft. Das teilte das Bundespolizeipräsidium Potsdam gestern mit. Besonders Reisende mit Flugziel USA müssten damit rechnen, nach der elektronischen Kontrolle noch mit einer Handsonde abgetastet zu werden.


Attentäter war Sohn eines reichen Nigerianers - Vater warnte US-Botschaft


Trotzdem bwka der Sohn ein Visum...


Kano/London. Der Vater des Attentäters von Detroit hat die US-Behörden laut einem nigerianischen Zeitungsbericht schon vor Monaten vor den radikal-islamischen Überzeugungen seines Sohnes gewarnt. Umaru Mutallab, ein angesehener Bankier und ehemaliger nigerianischer Minister, sei über die zunehmende Radikalität seines Sohnes so besorgt gewesen, dass er im Sommer die US-Botschaft in Ajuba und nigerianische Sicherheitsvertreter gewarnt habe, berichtete die nigerianische Zeitung "This Day" unter Berufung auf Angehörige. Umso erstaunter sei er gewesen, dass sein Sohn Umar Faruk ein US-Visum erhalten habe. Mutallab selbst wollte die Informationen zunächst nicht bestätigen. Er sei derzeit noch "zu verstört" und nicht in der Lage zu sprechen, sagte der 70-Jährige.

Mutallab war früher einmal Minister für wirtschaftliche Entwicklung, er leitete die beiden größten Banken des Landes und gründete die erste islamische Bank in Nigeria. Seit einer Woche ist er im Ruhestand. Seinen Sohn Umar Faruk Abdulmutallab, das jüngste von 16 Kindern, ließ Mutallab in der British International School in der togolesischen Hauptstadt Lomé ausbilden. Später dann studierte Umar Faruk Maschinenbau in London, wo die Familie ein Haus besitzt. Schon in der British School fiel der Junge durch seine radikalen religiösen Ansichten auf. Wegen seiner anhaltenden Reden über den Islam gaben seine Klassenkameraden ihm den Spitznamen "Alfa" - Gelehrter - , wie "This Day" berichtet. Laut dem Blatt zog er nach Ende seiner Londoner Studien 2008 nach Ägypten und Dubai. Dort brach er alle Verbindungen mit seiner Familie ab.

Der Lehrer des heute 23-Jährigen, Michael Rimmer, erinnert sich noch, dass Umar Faruk als Jugendlicher das afghanische Taliban-Regime unterstützt hat. "Während meine anderen muslimischen Schüler die Taliban für einen Haufen von Spinnern hielten, fand er sie ganz in Ordnung", sagte Rimmer dem britischen Rundfunksender BBC. Umar Faruk beschrieb er dennoch als "Traumschüler" - "sehr aufgeweckt, intelligent, talentiert, enthusiastisch und höflich". Alle hätten ihm eine große Karriere vorhergesagt. Doch dann seien diese "verteufelten Idioten" gekommen, hätten ihm diese "dummen Ideen" in den Kopf gesetzt und damit "sein Leben ruiniert" und das seiner Familie verdorben. Offenbar wollte der junge Nigerianer im vergangenen Mai für einen weiteren sechsmonatigen Maschinenbaukurs nach London zurückkehren. Da das College von den Behörden aber nicht anerkannt worden sei, habe er kein Visum erhalten, sagte ein Regierungsvertreter.


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