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Nach Wohnheim-Schließung: Studi-Wohnungen sind knapp

Sanierung oder Neubau? Das Wohnheim D auf dem Saarbrücker Campus steht derzeit leer.

Sanierung oder Neubau? Das Wohnheim D auf dem Saarbrücker Campus steht derzeit leer.

Seit Anfang des Monats können sich Lernwillige für Studiengänge im Wintersemester an den Hochschulen des Saarlandes bewerben. Viele von ihnen werden sich vor Semesterbeginn die Frage stellen: Wo werde ich während meines Studiums wohnen? Eine Möglichkeit: Ins Studentenwohnheim ziehen. Um in einer der Wohnanlagen einen Platz zu bekommen, braucht man jedoch auch viel Glück.

260 Wohnplätze sind weggefallen, seitdem das Wohnheim D im vergangenen Jahr geschlossen wurde, da in dem Gebäude der Brandschutz nicht ausreichte. Derzeit bieten die anderen Wohnheime des Studentenwerks 614 Studenten einen Platz, dazu gibt es 19 Familienwohnungen. „400 Anwärter stehen derzeit auf der Warteliste“, sagt Anne-Marie Oswald, Geschäftsführerin des Studentenwerks. „Normalerweise sind es weniger als 300 im Sommersemester.“ Im vergangenen Wintersemester seien es sogar 800 wartende Studenten gewesen. Zu wenig Platz in den Wohnheimen sei vor allem für ausländische Studenten ein Problem, sagt der Vorsitzende der Asta-Studentenvertretung, Marc Strauch.

80 zusätzliche Appartements für Studenten stehen seit dem vergangenen Wintersemester im Carl-Duisberg-Centrum (CDC) auf dem Eschberg zur Verfügung. Der Piraten-Landtagsabgeordnete Michael Neyses hatte die Zimmer nach einer Mietpreiserhöhung jedoch als zu teuer für Studenten kritisert. Laut Ellen Awais, der Leiterin des CDC, kostet ein Apartment seit Jahreswechsel 410 Euro für Neubewohner und 390 Euro für Studenten, die länger als sechs Monate dort wohnen. Einem Formular der Universität des Saarlandes (UdS) zufolge betrug die Miete vorher 300 Euro. „Dies ist durch den erhöhten Reinigungs- und Betreuungsaufwand nötig gewesen“, erklärt Awais. Denn im Gegensatz zu den Studentenwohnheimen stünden den CDC-Bewohnern auch Serviceleistungen zur Verfügung: „Die Zimmer werden gereinigt, es gibt frische Handtücher und Bettwäsche und eine Rezeption, die den Studenten weiterhilft: Wann der Bus fährt oder wo sie sich bei der Stadt anmelden können.“ Anders als von Neyses behauptet, seien nicht viele Studenten wegen der Preiserhöhung ausgezogen, sondern weil ihr Auslandssemester, Praktikum oder Studium endete. Derzeit sind im CDC noch 30 Studentenappartements frei.

Asta-Chef Marc Strauch findet die CDC-Apartments „besonders für ausländische Studenten zu teuer“ und wünscht sich, dass das Wohnheim D zeitnah saniert oder neugebaut wird. Das Studentenwerk und die UdS möchten zu diesem Zweck Anfang Juli bei der Staatskanzlei einen Antrag auf Landesausfallbürgerschaft für einen Kredit stellen – und auch einen Antrag auf Bezuschussung von fünf Millionen Euro, wie Anne-Marie Oswald sagt. „Das Studentenwerk bevorzugt einen Neubau“, so Oswald. Denn dann wären alle Mängel automatisch beseitigt.

„Sobald ein Antrag der Universität inklusive eines Sanierungs- und Finanzierungskonzeptes vorliegt, wird dieser geprüft“, teilt Marlene Mühe- Martin, Referentin der Staatskanzlei, mit. Um die Wohnungslage zu entspannen, böten die Wohnungsgesellschaft Saarland und die städtische Siedlungsgesellschaft Wohnungen mit für „Studenten besonderen sozialverträglichen Konditionen, vergleichbar dem Studentenwerk“ an. Von den 400 Wartenden auf der Liste des Studentenwerks merke man dort aber nicht viel, so Mühe- Martin: „Die dort verzeichnete Nachfrage ist äußerst gering und tendiert gegen Null.“

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