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Nach dem Bergbau steigen im Saarland die Pegel

Neunkirchen. Das Saarland wird mit steigenden Grundwasserpegeln Probleme bekommen, wenn die Pumpen in den Kohlegruben in den nächsten Jahren abgeschaltet werden. Diese Erkenntnis lässt sich aus einem Grundwassermodell gewinnen, das ein Neunkircher Ingenieurbüro für Grundwasser- und Geoforschung für die Landesregierung erstellt hat. Bei der Diskussion dieser Expertise sagte Umweltminister Stefan Mörsdorf (CDU) in Neunkirchen: „Bei einer Gesamtförderung von 50 Millionen Kubikmetern Grundwasser jährlich pumpt die Deutsche Steinkohle AG (DSK) über 17 Millionen Kubikmeter aus den Bergwerken ab. Allein in Reden sind es über elf Millionen.“

Da könne man sich vorstellen, dass nicht nur das Niveau des Grundwassers insgesamt ansteige, sondern dass sich auch die Fließrichtung zum Teil ändern werde. Insofern sei dann auch mit Wasser an jetzt noch trockenen Flächen zu rechnen. Professor Jürgen Wagner, der das Modell erarbeitete, wies darauf hin, dass die Grundwasser-Studien auch in anderen Bereichen nützlich sein können: „Man denke nur an die 13 Trinkwasserbrunnen von Beeden, von denen jetzt bereits zehn wegen Schadstoffbelastung aus der Versorgung herausgenommen wurden.“ In solchen Fragen, so hieß es, erwarte man ebenso neue Aufschlüsse wie etwa bei der Wassernutzung durch Unternehmen, bei der Trinkwassergewinnung oder in der Frage der Erdwärmenutzung zur Energiegewinnung, wie sie zur Zeit bei Michelin in Homburg erörtert werde. Im Raum Jägersburg/Waldmohr habe man auch schon mit sinkenden und steigenden Grundwasserpegeln zu tun gehabt. Und zwar weil von den entsprechenden Wasserwerken zeitweise weniger Trinkwasser gefördert worden sei, hätten plötzlich Häuser an zuvor trockenen Standorten plötzlich im Wasser gestanden.
 
Insofern, so Mörsdorf weiter, gelte es jetzt schon, sich für die Zeit zu wappnen, wenn die Wasserförderung in absehbarer Zeit in den Bergwerken eingestellt werde. Der Minister: „Wir wollen nicht, dass sich der Bergbau heute verabschiedet, und in ein paar Jahren stehen wir vor ungeahnten Problemen.“ Und dies betreffe nicht nur den deutschen Bergbau, zwischen Neunkirchen und Großrosseln, von der Primsmulde bis nach Dudweiler. Sondern es seien auch durch den französischen Bergbau im Warndt, durch den der Ort Nassweiler im Laufe der Zeit um 16 Meter abgesenkt wurde, einige Konsequenzen zu erwarten, hieß es. Bei der Frage des Grundwassers habe man es auch mit den so genannten „Ewigkeitslasten“ des Bergbaus zu tun. An der Ruhr habe sich infolge des Kohleabbaus untertage die Oberfläche an einigen Stellen um über 40 Meter abgesenkt. Dadurch habe man Flussläufe eindämmen und höher legen müssen.

Um die angrenzenden Flächen nicht absaufen zu lassen, müsse man hier auf unabsehbare Zeit pumpen. Ferner sei zu überlegen, ob man das warme Wasser, das sich in tiefen Stollen und Schächten der Bergwerke aufheizt, nicht noch für bestimmte Zwecke verwenden könne, meinte Mörsdorf. „Ein solches Modell hat sonst noch niemand“, stellte er fest, außer vielleicht das Land Berlin, das aber in einem Urstromtal liege und bei weitem nicht die geologische Vielfalt wie das Saarland aufweise. Endgültig sei die Arbeit aber noch nicht fertiggestellt. So könnten Wasserwerke oder Unternehmen, die mit Grundwasser zu tun haben, ihre Erkenntnisse mit einbringen. Dann zeige sich, dass „das Modell im Laufe der Zeit reift“. Mörsdorf: „Diese Arbeit ist Ausdruck einer agierenden Umweltpolitik. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.“Gerhard Franz 
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