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Nach dem Brand: Nalbach lässt Familie Peter nicht im Stich

Ein verletzter Feuerwehrmann, ein toter Hund und ein
komplett abgebranntes Haus, das ist die Bilanz eines Feuers in der
Marienstraße in Nalbach am Samstag (06.06.2015).

Ein verletzter Feuerwehrmann, ein toter Hund und ein komplett abgebranntes Haus, das ist die Bilanz eines Feuers in der Marienstraße in Nalbach am Samstag (06.06.2015).

Alfred Peter weiß nicht, was ihn mehr bewegt: Die traumatischen Ereignisse, die vor gerade einmal vier Tagen sein und das Leben seiner gesamten Familie komplett auf den Kopf gestellt haben? Oder die riesige Welle der Hilfsbereitschaft, die er, seine Frau Christiane und die vier Kinder im Alter zwischen elf und 19 Jahren seit dem Brand ihres Wohnhauses (wir haben berichtet) erleben?

Während seine Frau versucht, zwischen Kleiderspenden, Einkäufen und ständigen Telefonanrufen klaren Kopf zu bewahren, sitzt Alfred Peter am Tisch in der vorübergehenden Bleibe in Nalbach und erzählt von der Nacht, die der Familie alles genommen hat. „Es war mitten in der Nacht, als unser Sohn Jonas, auf einmal durch einen Knall geweckt, das Feuer als erster bemerkt hat. Er hat panisch geschrien, wir waren alle sofort wach“, erinnert sich Peter. „Zunächst dachte ich, das Badezimmer würde brennen, als ich die Tür aufgemacht habe, sah ich das Ausmaß und wusste sofort, wir müssen alle raus.“

Neben den vier Kindern und seiner Frau war auch noch Dennis Lessinger zu Gast bei der Familie. „Wir sind dann quasi nackt auf die Straße gerannt und haben auf die Feuerwehr gewartet.“ Die erste Hilfe kam von Nachbarn, die der Familie mit Kleidern aushalfen, die Brille von Alfred Peter mit der Sehstärke von fünf Dioptrien blieb im Haus. Ebenso alles, was ihnen lieb und teuer war, neben Möbeln, Bekleidung, elektronischen Geräten auch sämtliche Papiere und auch alle Erinnerungen. „Ich hatte ein großes Archiv mit Bildern und Videos seit Geburt aller vier Kinder, es ist alles weg“, sagt der Familienvater, der aktuell bei den Ford Werken freigestellt ist und Zeit bekommt, sich erst einmal neu zu organisieren.

Nach einer Nacht bei den Schwiegereltern ging es dank der Hilfsbereitschaft der Nalbacher Bevölkerung in ein leer stehendes Haus einer Erbengemeinschaft. Dort hat die Familie genügend Platz, auch die ersten Möbelspenden sind schon eingetroffen, ebenso Kleider und Schuhe. „Vor allem die schnelle Hilfe durch unseren Ortsvorsteher Albert Steinmetz hat mich sehr gefreut, er hat mich direkt angesprochen, Hilfe angeboten“, sagt Peter. Die Unterstützung durch die Gemeinde ist bereits angelaufen, es gibt ein Spendenkonto und eine Koordinierungsstelle.

„Am Sonntag kamen all unsere Freunde in das Haus, haben mit einer Putzkolonne alles sauber gemacht“, erzählt Christiane Peter. Sie versucht, bei all den Spenden den Überblick zu behalten, „es sind vor allem die unzähligen kleinen Dinge, wie Nagelfeilen oder etwa Schreibmaterial für die vier Kinder, die fehlen“, sagt sie. Aber auch ein großer Kühlschrank für die Großfamilie wird dringend gesucht, „und vielleicht kann uns jemand helfen, um Telefon und Fernseher hier anzuschließen“, sagt Alfred Peter. Er hat Tränen in den Augen, als er von mehreren Briefumschlägen mit Geldspenden und Telefonnummern für weitere Hilfen erzählt. Ob sie das Haus, in dem Alfred Peter 1960 geboren wurde und das sie gerade erst umfangreich renoviert haben, retten können, ist ungewiss. „Um die Brandursache zu klären, sind die Brandermittler zuständig, den Schaden beziffert die Versicherung, da möchte ich keine weiteren Spekulationen.“

Die vielen Gaffer, die seit Samstag auch nicht vor dem Gang hinter das Haus zurückschrecken, kann Familie Peter nicht verstehen. „Wir sind froh, dass uns nichts passiert ist, vor allem für unsere vier Kinder soll der Alltag mit Schule und Ausbildung so schnell wie möglich einkehren.“ Doch davon ist die Familie, die seit der Katastrophe kaum ein Auge zugemacht hat, noch weit entfernt.

Für Spenden hat die Gemeinde Nalbach ein Konto eingerichtet. Infos auf der Homepage: www.nalbach.de und unter Tel. (0 68 38) 9 00 21 50.
 
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