L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Priorität: Dringend

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Nach dem Brand: ein neues Werk für Hydac

Als es Ende August bei Hydac in Neuweiler brannte, wurde das Werk 2 völlig zerstört, der Großbrand richtete einen Millionenschaden an und betraf 380 Mitarbeiter, die hier arbeiteten. Inzwischen ist Werk 2 abgerissen und der Bauschutt entfernt. Geblieben ist eine freie Fläche, nichts deutet mehr auf den Großbrand hin. Und nach dem Winter kommen die Bagger, innerhalb von zwölf Monaten soll ein neues Werk entstehen und es soll wieder produziert werden: „Das alte Werk war historisch gewachsen, an einigen Stellen schon zu klein. Jetzt bauen wir eine der modernsten Produktionsstätten, die es überhaupt gibt und lösen natürlich bei dieser Gelegenheit auch die Probleme, die wir am alten Standort hatten. Das ist sozusagen das Gute im Negativen“, sagt Norbert Weber, der Leiter Projektmanagement und Konstruktion des Geschäftsbereichs Speichertechnik.

Noch sieht man nichts von der Millioneninvestition, über deren genaue Höhe geschwiegen wird. Aber die Planungen laufen auf Hochtouren und 2017 wird in Neuweiler wieder produziert. Den Brand nennt Marketing-Leiter Daniel Enders „eine Krise“. Wobei die Gesellschafter noch während der Löscharbeiten die Losung ausgegeben hätten, dass alles wieder aufgebaut werde.

Keine Sekunde sei daran gedacht worden, diesen Produktionsteil aufzugeben. „Das hat auch uns sehr beruhigt. Dienstag brannte es, donnerstags hatten wir die Zusage, dass alle Arbeitsplätze gehalten werden“, sagt Betriebsratschefin Stefanie Pitz. Hausintern sei das Krisenmanagement vorbildlich gelaufen.

Glücklicherweise war das neue Trainingszentrum auf der Hirschbach zur Zeit des Brandes gerade bezugsfertig. Das brachte Ausweichfläche. Heute wird hier auf 2000 Quadratmetern Speichertechnik produziert. Auch in Sulzbach und Altenwald wurden Ausweichquartiere genutzt. Zusätzliche Schweißmaschinen wurden in ganz Deutschland angemietet, bis in den Osten hinein, sagt Enders. Das bringe logistischen Aufwand, doch schon im November habe man mehr als 80 Prozent der Stückzahlen ausliefern können, die man vor dem Brand produziert habe. „Wir haben außerdem saarländische Hilfsbereitschaft kennengelernt. Seit dem Brand nutzen wir zwei Reserve-Schweißmaschinen bei ZF in Saarbrücken. Und bei den gebotenen Abnahmen standen TÜV und SLV als Prüfbehörden immer parat, wenn wir sie brauchten. Das ist nicht selbstverständlich“, so Enders. Fünf vollautomatische Produktionsanlagen wurden komplett zerstört, doch dem weltweit operierenden Unternehmen Hydac gelang es, das Unglück zu meistern. Und nun schaut man nach vorn. „Es werden nicht alle ins Werk 2 zurückgehen“, erklärt Betriebsrätin Isolde Wenzel. Denn das eine oder andere Ausweichquartier werde wohl dauerhaft erhalten. Da diese Arbeitsplätze alle rund um Sulzbach lägen, sei das aber kein Problem. Der Betriebsrat führe weiterhin viele Gespräche und habe seit dem Brand gut zu tun. Individuelle Wünsche würden erfasst und auch berücksichtigt.

Großes Lob zollt man Feuerwehr und Rettungsdiensten. Der Löscheinsatz sei nach drei Minuten begonnen worden und man sei froh und dankbar, dass niemand verletzt wurde und der Schaden auf eine Halle begrenzt blieb. „Die Folgen des Brandes bedeuten enormen Mehraufwand und werden uns noch längere Zeit begleiten“, sagt Weber. Aber inzwischen sehen Unternehmen und Betriebsrat die Chancen des Wiederaufbaus. Und diese werden in wenigen Wochen greifbar.
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