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Nach dem Brand in Nalbach: „Ich vermisse mein Zuhause“.

Ein verletzter Feuerwehrmann, ein toter Hund und ein
komplett abgebranntes Haus, das ist die Bilanz eines Feuers in der
Marienstraße in Nalbach am Samstag (06.06.2015).

Ein verletzter Feuerwehrmann, ein toter Hund und ein komplett abgebranntes Haus, das ist die Bilanz eines Feuers in der Marienstraße in Nalbach am Samstag (06.06.2015).

Christiane Peter macht gerade die Wäsche der Großfamilie im Hof hinter dem Haus, legt sie zu Stapeln zusammen. Ihr Mann Alfred läuft rasch zur Apotheke um die Ecke, ein Medikament musste bestellt werden, ist jetzt abholbereit. Der jüngste Sohn Jan, elf Jahre alt, hat Besuch von einem Freund, beide haben sich in sein Zimmer verkrümelt – auf den ersten Blick ein ganz normaler Nachmittag. Und doch, bei Familie Peter aus Nalbach ist auch sieben Wochen nach dem Brand ihres Hauses (wir haben berichtet) nichts, wie es einmal war.

Alfred Peter zeigt das Wohnzimmer, das Esszimmer, die Küche, allesamt inzwischen komplett eingerichtet, „vielleicht nicht nach unserem Geschmack, doch es ist in Ordnung“, sagt Christiane Peter. „Wenn ich morgens runter komme, habe ich immer das Gefühl, ich wäre in einer Ferienwohnung, ich vermisse einfach mein Zuhause“, bringt Alfred Peter es auf den Punkt.

Egal, ob der Familienvater im Bett liegt oder auf der Couch sitzt und versucht, ein bisschen Ablenkung beim Fernsehen zu bekommen, „sehr oft denke ich, das ist alles ein Traum, ich wache auf und sitze endlich wieder in dem Haus, in dem ich geboren wurde“, sagt er. Doch, darüber ist er sich im Klaren, kein Albtraum dauert sieben Wochen, es ist Realität, das Feuer hat der Familie das Zuhause genommen.

„Vor allem die Kinder vermissen die vielen kleinen Dinge, die sich angesammelt haben, Erinnerungen aus Kindergarten und Schule“, sagt Mama Christiane. Dinge, die dem Feuer zum Opfer gefallen sind, wie auch die vielen Urlaubsmitbringsel, allesamt nicht wertvoll, aber doch von hohem ideellem Wert für das Paar waren.

Alfred Peter erzählt, dass er noch nicht arbeiten gehen kann, er derzeit in psychologischer Behandlung in Wallerfangen ist. „Wenn wir die Kinder fragen, sagen die, es sei alles in Ordnung, doch ich habe das Gefühl, die wollen uns nicht belasten“, vermutet Christiane Peter. Sie hat dafür gesorgt, dass die beiden Ältesten sich eine Auszeit in der Ausbildung gegönnt haben, vor allem die Schlafstörungen und Angstgefühle haben die vergangenen Wochen geprägt. „Angst spielt auch eine große Rolle, wenn wir darüber diskutieren, ob wir zurück in unser Haus wollen“, sagt Alfred Peter.

Dort ist noch nichts passiert, es gibt Diskussionen zwischen Versicherung, Statiker und Gutachter, ob sich eine Sanierung lohnt oder das Haus ein Totalschaden ist. „Auch hier haben wir viel um die Ohren, müssen ständig telefonieren, es wäre einfach schön, wenn wir mal ein komplettes Angebot von der Versicherung bekämen“, sagt Christiane Peter.


Auch heute, nach sieben Wochen, bekommt Alfred Peter Tränen in die Augen, als er von der unglaublich großen Hilfswelle erzählt. „Wildfremde Leute haben mich umarmt, getröstet, mir 50 Euro in die Hand gedrückt“, sagt er. Bei all den Helfern und Spendern wollen sich Peters noch ganz offiziell bedanken.

Lichtblick in dem Chaos ist der qualifizierte Schulabschluss, den Sohn Jonas gerade geschafft hat. „Und ich bekomme wieder einen kleinen Hund, habe ihn schon ausgesucht“, schwärmt Jan. „Wir müssen einfach den Kopf frei bekommen und für uns entscheiden, wie es weitergehen soll. Wir sind hier im Haus bestens untergekommen, doch für immer kann das so nicht bleiben“, sagt Christiane Peter.
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