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Nach den Weihnachtstagen: Schnäppchenjagen in der Saarbrücker City

Sidonie Müller (l.) tauscht bei Kathrin Genth von Leder Spahn einen Gutschein gegen eine Tasche ein.

Sidonie Müller (l.) tauscht bei Kathrin Genth von Leder Spahn einen Gutschein gegen eine Tasche ein.

Viel Betrieb war an den vergangenen Tagen in der Saarbrücker Einkaufsmeile, der Bahnhofstraße. Wer aber dachte, dass die Mehrzahl der Einkaufsbummler unterwegs war, um Weihnachtsgeschenke umzutauschen, lag falsch, wie unsere Umfrage belegt.

„Wir tauschen nichts um, lösen auch keine Gutscheine ein“, berichtet zum Beispiel Annette Mauel, die mit Tochter Anna in der Saarbrücker City unterwegs ist. Die in Saarbrücken geborene Mauel lebt mit der Familie mittlerweile in München und nutzt den Aufenthalt in der alten Heimat „zwischen den Jahren“, um ganz normal einzukaufen. „Es ist noch nicht einmal Weihnachtsgeld, das wir hier ausgeben“, so Mama Mauel. „Wir suchen auch ganz gezielt Geschäfte auf, die es in München nicht gibt“, ergänzt Anna.

Auch die Eheleute Friederike und Ernst Nordhaus haben keinen Umtausch im Sinn. „Wir kommen aus Holland und machen hier in der Gegend Urlaub“, sagt er. In den Einkaufstüten befinden sich neue Klamotten für Töchterchen Heike.

Mit neuen Klamotten haben sich auch die Teenager Lorena Beth und ihre Freundin Mareike Görlinger eingedeckt. „Wir kommen aus der Nähe von Trier und wollten uns mal in der Saarbrücker Innenstadt umschauen“, sagt Lorena. Das gemeinsame Motiv: „Wir wollen einmal sehen, wo es so kurz nach Weihnachten Nachlässe in Form von Prozenten gibt.“ Johannes Gressung, Chef im Fotogeschäft in der Diskonto- Passage, weiß, warum so wenig umgetauscht wird: „Die Wünsche werden heutzutage sehr präzise formuliert.“ Wo das nicht der Fall sei, würden lieber Gutscheine besorgt und verschenkt.

Der Saarbrücker Thomas Schäfer kann bestätigen, wie präzise Wünsche geäußert werden: „Meine Frau hat mir nicht nur genau beschrieben, was sie will, sie hat mir auch gesagt, in welcher Abteilung und in welchem Regal ich es finde.“ Und der Clou: „Sie hat mir noch geraten: Nimm die Kreditkarte mit.“ Michael Genth freut sich über die vielen Besucher in seinem Geschäft Lederwaren Spahn. Vor allem Taschen gehen in allen Größen, Farben und Formen über den Ladentisch. Aber auch er sagt: „Das ist weniger Umtausch, die Kunden kommen um einzukaufen.“ Geldgeschenke würden jetzt in Ware umgesetzt, ebenso Gutscheine. Den Betrieb in der Stadt erklärt sich Genth aber auch durch andere Bedürfnisse:„Nach drei Tagen auf der Couch und bei Verwandten wollen sich die Leute heute ganz einfach mal wieder beim Einkaufsbummel die Füße vertreten – und wenn ihnen was gefällt, zugreifen.“ Zum Betrieb trage auch bei, dass einige Elemente des Saarbrücker Christkindlmarktes, wie die Winterlandschaft direkt vor seiner Ladentür, stehen geblieben sind: „Das schafft eine schöne, nachweihnachtliche Atmosphäre.“ Der milde und zum Teil sonnige Freitagnachmittag verstärke dies noch.

Schließlich findet sich dann doch noch einer, der mit einigen Weihnachtsgeschenken nicht zufrieden war. Seinen Namen mag der junge Mann nicht nennen, sonst könnten die Schenker ihm das vielleicht krumm nehmen. An Umtausch denkt er aber nicht: „Ich werde die Sachen im Internet verticken, dann muss ich auch nicht nach den Kassenbons fragen.“


HINTERGRUND

Ein gesetzliches Rückgaberecht wegen Nichtgefallens, das bei den meisten Umtauschfällen greifen würde, gibt es im Einzelhandel nicht. Die 14- Tage-Klausel gilt nur bei Haustürgeschäften und bei Fernabsatz wie Internetkäufen. Ein Umtausch ist nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch nur bei einem Defekt möglich, ansonsten sind die Kunden auf die Kulanz der Einzelhändler angewiesen. al
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