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Nach der Spinnenjagd: Real hat wieder geöffnet

Bexbach. Die ersten Kunden wurden von Fernsehkameras begleitet, wieder stand ein Übertragungswagen vor der Tür. Real-Mitarbeiter hatten neue Hinweisschilder ausgedruckt und informierten auf diese Weise die Kunden schon im Verkehrskreisel vor dem Markt.

„Wir haben wieder offen“, war die zentrale Botschaft. Und nachdem die Radionachrichten diese Meldung um zehn Uhr gesendet hatten, kamen immer mehr Kunden in den Markt. Noch vor dem Gifteinsatz gegen die Spinne waren alle offenen Lebensmittel beseitigt worden, versichert Unternehmenssprecher Markus Jablonski. Karolina Johann wurde auch über das Radio informiert. „War überhaupt jemals eine Spinne da?“ sagt sie zweifelnd. Sie hat keine Angst und geht in die Gemüseabteilung. Sie ist eine der ersten dort. Sigurd Berghänel aus Bexbach kommt täglich in den real und kauft seinen Tagesbedarf.

„Ein Glück, dass der Markt wieder offen ist“, sagt er, der zuhause keine Lebensmittel lagert und es zu schätzen weiß, dass ihn die Verkäuferinnen schon kennen. Rentnerin Klara Kleber aus Wiebelskirchen hat Mitleid mit der Spinne: „Das arme Tierchen“, sagt sie. „Ich ekle mich furchtbar vor Spinnen, habe aber gar keine Angst, hier eine zu treffen“, fügt sie hinzu. Gerade hat sie eine Rose geschenkt bekommen, die Real- Mitarbeiterin Mandy Tabbouch- Gul am Eingang verteilt. Blumen gibt es auch für die Männer. Jeder Kunde wird an diesem Tag persönlich begrüßt. Der Markt selbst sieht aus wie frisch bestückt. Alle Regale wurden aus- und eingeräumt. Alle Böden sind blitzblank. Nirgendwo liegt etwas herum. Man sieht, das am Wochenende Großreinemachen angesagt war. Das Landesamt für Verbraucherschutz hat wegen des Gifteinsatzes Proben der Waren untersucht und den Markt ohne Auflagen freigegeben.

Die Messwerte verrät Jablonski auch auf Nachfrage nicht. Er betont nur, dass man „grünes Licht“ bekommen habe. Wenn also Spuren von Insektizid nachgewiesen wurden, dann liegen sie unter den erlaubten Grenzwerten. Auch die Schadenshöhe kennt der Real-Pressesprecher nicht, spricht aber von einem „massiven wirtschaftlichen Schaden“, den man noch gar nicht beziffern könne. Die Spinne aus Bexbach hat inzwischen wieder Amerika erreicht - zumindest in den Nachrichten. Der US-Fernsehsender FoxNews hatte die Meldung der englischen Spiegel-Online- Ausgabe aufgegriffen und die Frage gestellt, ob die Spinne nun nicht längst durch die Straßen von „Bexbach-Germany“ wandere. Der dänische Expressen berichtete über eine „giftigaste spindel“ und der italienische Staatsender RAI über die „Ragno delle Banane“. Der Examiner in Denver (USA) berichtete und der niederländische Sender NOS schrieb „Supermarkt dicht vanwege spin“. La Vanguardia in Barcelona schrieb in spanisch über die „araña“ aus Bexbach. So zog sich die Geschichte der Bexbacher Spinne durch die Medien der Welt, obwohl sie bis heute nicht gefunden wurde.


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