A1 Trier Richtung Saarbrücken Zwischen AS Illingen und Kreuz Saarbrücken Gefahr durch Gegenstände auf der Fahrbahn (13.12.2017, 23:31)

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Nach spektakulärem Unfall in berüchtigter Kurve: Ortsdurchfahrt von Kostenbach für mehrere Stunden gesperrt

Ein Sattelschlepper ist auf spiegelglatter Fahrbahn gerutscht und hat ein Gasthaus in Kostenbach gerammt.

Ein Sattelschlepper ist auf spiegelglatter Fahrbahn gerutscht und hat ein Gasthaus in Kostenbach gerammt.

Ein spektakulärer Glatteis-Unfall in Kostenbach hat gestern bis in den späten Vormittag hinein den Verkehr in der Region behindert: Gegen 2.20 Uhr in der Nacht zum Dienstag befuhr ein voll beladener Langholz-Transporter aus Richtung Nonnweiler kommend die Ortsdurchfahrt des Dorfes, das zum Waderner Stadtteil Löstertal gehört. Nach einer scharfen Rechtskurve geriet das Fahrzeug, das für eine Transportfirma aus Dillingen unterwegs war, auf der eisglatten Straße ins Rutschen, kam nach rechts von der Fahrbahn ab und prallte frontal in eine Hauswand. So schildert die Polizei in Wadern den Ablauf des Geschehens. In dem Gebäude ist unter anderem das Gasthaus Adams untergebracht.

„In der Gastwirtschaft parkt ein Sattelschlepper“, mit dieser Schreckensbotschaft wurde Bernd Adams, wohnhaft in Wadern und Inhaber des gleichnamigen Gasthauses und Restaurants, gegen 2.30 Uhr aus dem Schlaf gerissen. Anrufer war sein Mieter, der im Obergeschoss des Gebäudes eine Wohnung bewohnt, nachdem er zuvor von einem lauten Knall ebenfalls plötzlich aufgeweckt worden war. Das Führerhaus des Lasters wurde bis an die Hauswand der Gaststätte gedrückt. Die über dem Führerhaus liegende Verladeeinrichtung, die etwa einen Meter nach vorne übersteht, hat sich in die Hauswand im Obergeschoss gebohrt, dabei im dahinter liegenden Wohnzimmer den Heizkörper von der Wand gedrückt und die Heizungsanlage des Hauses somit lahm gelegt. Das Führerhaus selbst kam unmittelbar vor dem großen Glasfenster im Erdgeschoss der Gaststätte zum Stehen. Glück im Unglück hatten der aus Losheim stammende Fahrer (34) des Holzlasters und sein Beifahrer, ein 34 Jahre alter Merziger. Sie überstanden den Crash ohne größere Blessuren und konnten nach kurzer Behandlung das Krankenhaus verlassen. Ein Glück war auch, dass keine Fahrzeuge dem Unfallfahrzeug entgegen kamen, denn mit der Wucht des Aufpralls flogen einige Baumstämme vom Sattelzug am quer stehenden Führerhaus vorbei auf die glatte Straße Richtung Dorfbrunnen. Allerdings wurde ein auf der gegenüberliegenden Straßenseite abgestelltes Auto durch herabstürzende Baumstämme beschädigt. Der Sachschaden ist beträchtlich, in ersten Schätzungen der Polizei ist von einer Schadenssumme von rund 100 000 Euro die Rede. Allerdings besteht für das Gebäude selbst nach Polizeiauskunft keine Einsturzgefahr.

„Die Gaststätte ist weiterhin geöffnet, zumal am Nachmittag noch die Bewirtung einer Beerdigung erfolgt“, sagte Adams. Darum war neben den Aufräumarbeiten am Unglücks-Fahrzeug auch eine Sanitärfirma mit der Reparatur der Heizungsanlage beschäftigt, damit die Gäste nicht kalt sitzen müssen. Die Bergungsarbeiten zogen sich bis in den späten Vormittag, da zunächst die Ladung des Holzlasters von der Straße sowie von dem Unglücksfahrzeug selbst abgeräumt werden musste. Die Ortsdurchfahrt von Kostenbach, die L 149, blieb bis in den Vormittag hinein gesperrt. Warum der Laster überhaupt auf dieser Strecke unterwegs war, muss in den weiteren Ermittlungen noch geklärt werden. Denn eigentlich ist die L 149 zwischen Buweiler und Bierfeld für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen Gesamtgewicht gesperrt – der schwere Sattelschlepper hätte also gar nicht dort fahren dürfen.

Denn die besagte S-Kurve, in der sich der gestrige Unfall ereignete, stellt schon seit langem eine besondere Gefahrenstelle dar. Neben alljährlich zahlreichen kleineren Unfällen in dieser Kurve ist vor mehr als 15 Jahren ein Lkw von Nonnweiler kommend mit nicht angepasster Geschwindigkeit in die Hauswand des Anwesens Berthold Ludwig auf der linken Fahrbahnseite gedonnert und hatte ein ordentliches Loch in die Giebelwand gerissen.Überfrierende Nässe sorgte im gesamten Landkreis in der Nacht zum Dienstag für Verkehrsbehinderungen und mehrere Unfälle. An vielen Steigungs- und Gefällstrecken blieben Lastwagen liegen, so etwa zwischen den Waderner Stadtteilen Noswendel und Dagstuhl, zwischen Losheim und Rissenthal sowie auf der L 329 am so genannten Kasteler Berg, der Wadern und Löstertal mit der Anschlussstelle Braunshausen der Autobahn A 1 verbindet. Dort kamen nach Informationen der SZ dann sogar die Einsatzfahrzeuge des Winterdienstes sowie der Polizei zeitweise nicht mehr voran. Auch die B 268 war zwischen Nunkirchen und Niederlosheim zeitweise blockiert: Ein Lastwagen war an der Einmündung der Zufahrt zum Industriegebiet Holz, unmittelbar am Homanit-Faserplattenwerk, ins Rutschen gekommen, gegen die Leitplanke gestoßen und hatte quer stehend die Bundesstraße blockiert.
 

L 370 zeitweise unpassierbar

Ebenso war die L 370 zwischen Brotdorf und Hargarten im Bereich des Hargarter Bergs vorübergehend unpassierbar. Dort hatten sich zwei Lastwagen auf glatter Straße quer gestellt, nach Auskunft der Merziger Polizei war dort zudem ein Räumfahrzeug in den Graben gerutscht. Insgesamt ereigneten sich nach Mitteilung der Polizei-Inspektion Merzig in ihrem Zuständigkeitsgebiet gut ein Dutzend glättebedingte Unfälle. Fünf Mal wurden den Beamten quer stehende Fahrzeuge gemeldet. Es habe erhebliche Behinderungen gegeben, insbesondere dort, wo es Steigungs- beziehungsweise Gefällstrecken gibt.

Aber auch die Autobahn A 8 blieb nicht verschont: Gegen 0.40 Uhr wollte auf der Richtungsfahrbahn Saarbrücken etwa 300 Meter hinter der Anschlussstelle Merzig ein Pkw-Fahrer einen Lkw überholen. Wegen der glatten Fahrbahn kam sein Auto ins Rutschen, stieß zunächst gegen den Laster und anschließend gegen die Mittelleitplanke. Personen kamen bei dem Zwischenfall nicht zu Schaden, die Autobahn war für die Bergung des Unfallfahrzeuges zeitweise halbseitig gesperrt.

 

Zum Thema:

Klaus Kosok, Sprecher des Landesbetriebes für Straßenbau (LfS), betonte, dass bei Wetterlagen wie der aktuellen, wo jederzeit mit Schnee oder Glatteis gerechnet werden müsse, die Mitarbeiter des Winterdienstes nicht mehr im Bereitschaftsdienst, sondern in einem Drei-Schicht-Betrieb arbeiteten und je nach Bedarf die Strecken in ihrem Zuständigkeitsbereich betreuten. So sei für das Gebiet vom Löstertal, wo sich der Aufsehen erregende Lkw-Unfall ereignet hat, die Straßen- und Autobahnmeisterei Theeltal in Tholey zuständig. Diese sei am Montagabend und in der Nacht zum Dienstag mit neun, nach Mitternacht dann mit zehn Fahrzeugen bis gegen 8 Uhr am Morgen im Einsatz gewesen. Allerdings gab Kosok zu bedenken, dass bei akuter Verschlechterung der Straßenverhältnisse, wie sie sich durch das Absinken der Temperaturen unter die Frostgrenze am Montagabend eingestellt hatte, die Autobahnen zunächst befahren werden müssten. Es gebe für den Winterdienst exakte Vorgaben, welche Strecken bevorzugt zu behandeln seien. Die betreffende Straßenmeisterei habe rund 200 Kilometer Straßen zu betreuen. cbe
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