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Nach tödlicher Bissattacke am Lisdorfer Berg: Hundehalterin stellt Strafantrag

Symbolfoto.

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Petra Könn aus Überherrn geht oft mit ihren Hunden im Gewerbegebiet am Lisdorfer Berg spazieren, wie viele andere Frauchen und Herrchen auch. Die Begegnungen mit anderen Hunden verliefen in der Regel friedlich, erzählt sie. Die Hunde beschnuppern sich, raufen und spielen miteinander. Doch am Morgen des 29. März, gegen 10 Uhr, war alles anders, berichtet die Hundehalterin.

Eine Frau mittleren Alters aus Wadgassen sei mit ihren zwei Rhodesian Ridgebacks entlang des Weges unterhalb der Grünschnittdeponie unterwegs gewesen. Diesmal habe eine der Ridgebacks Cindy, die siebenjährige Terrier-Hündin von Petra Könn, „ohne Vorwarnung“ angegriffen und ihr dabei schwere Bisswunden zugefügt. „Obwohl Cindy sich unterwarf“, betont die 50-jährige Überherrnerin.

Nach zwei Attacken auf die Terrier-Hündin habe sich der eine Ridgeback auf den zweiten Hund von Petra Könn gestürzt. Dabei sei der vierjährige Terrier Arnold durch Bisse in Rippe, Thorax und Lunge so schwer verletzt worden, dass er den Angriff nicht überlebte. In der Situation kam Könn die befreundete Hundehalterin Nicole Nemenich zu Hilfedafür ist sie noch heute dankbar. Wohl aber beklagt sie das „teilnahmslose Verhalten“ der Ridgeback-Halterin. „Die stand einfach nur da mit ihren nicht angeleinten Hunden“, habe weder eingegriffen noch die Tiere zurückgerufen. Für Könn stellt sich daher die Frage, ob nicht auch in Deutschland ein Hundeführerschein notwendig sei.
 

„Es tut mir leid“

Könn und Nemenich fuhren mit den verletzten Hunden sofort nach Neuforweiler in die Tierarztpraxis von Dr. Markus Weber. Dieser konnte der Hündin Cindy zwar das Leben retten, aber der Rüde Arnold starb „trotz aller Bemühungen“.

Als Könn an den Ort des Geschehens zurückkam, hing ein Zettel an der Windschutzscheibe ihres Autos: „Es tut mir leid“, hatte die Ridgeback-Halterin ihr geschrieben und ihre Kontaktdaten notiert. Thomas Denis, der Lebenspartner von Petra Könn, rief noch am gleichen Tag in Wadgassen an. „Ja, es tue ihr leid“, wurde auch ihm versichert. Ansonsten wartet Könn noch immer darauf, dass die Halterin der Rhodesian Ridgebacks sich mal bei ihr meldet. Es gehe ihr nicht um die Hunderasse, sondern um die Verantwortung der Halter.
 

Schock, Trauer und Angst

Zwei Wochen nach der Biss-attacke ist sie immer noch traurig. „Die Bilder gehen mir einfach nicht aus dem Kopf, es geht mir nicht gut.“ Könn muss Beruhigungstabletten nehmen, erzählt sie. Bei der Polizei in Überherrn hat sie Strafanzeige erstattet.

Polizeihauptkommissar Andreas Beck von der übergeordneten Inspektion in Bous will sich in der Sache nicht äußern, weil „die Ermittlungen noch laufen“, und die Ridgeback-Halterin noch nicht vernommen sei. Voraussichtlich Ende April wird das Ermittlungsverfahren abgeschlossen sein. Der Vorgang geht dann zur Staatsanwaltschaft Saarbrücken, wo geprüft wird, ob ein Gerichtsverfahren eingeleitet wird.

Terrierhalterin Könn fällt es schwer, den Vorfall zu verarbeiten: „Ich empfinde jetzt Angst, wenn ich spazieren gehe. Mittlerweile hebe ich meine kleine Cindy hoch, wenn uns ein anderer Hund entgegen kommt.“

 

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