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Nacht der Kirchen im Saarland: Bis Mitternacht locken 19 Gotteshäuser mit Programm

19 evangelische und katholische Kirchen bleiben am Pfingstsonntag mindestens bis Mitternacht geöffnet.

19 evangelische und katholische Kirchen bleiben am Pfingstsonntag mindestens bis Mitternacht geöffnet.

Saarbrücken. Nein, sagt der katholische Dechant Benedikt Welter, als Werbeveranstaltung für die Kirche wolle er das nicht sehen. Die Nacht der Kirchen am Pfingstsonntag, 23. Mai, sei ein Angebot, die Kirche anders zu sehen, als sie sich in den den Medien zurzeit darstelle. Es gehe darum, die Neugier der Menschen zu wecken – und etwas anzubieten, das sie befriedigt.

19 evangelische und katholische Kirchen bleiben am Pfingstsonntag mindestens bis Mitternacht geöffnet. Jede dieser Kirchen bietet ein anders Erlebnis – „eine neue Erfahrung mit Gott“, wie Helmut Paulus vom evangelischen Kirchenkreis Saar-West sagt. Die evangelische Kirche in Klarenthal wird zum Beispiel zu einem Kino, in dem Kurzfilme gezeigt werden, die zum Nachdenken anregen.

In der Johanneskirche wird es ein Programm für Kinder geben. Sie wird in dieser Nacht auch zur „Handicapkirche“, in der unter anderem eine Rockband auftritt, die sich aus behinderten und nichtbehinderten Menschen zusammensetzt.

Es wird in den 19 Kirchen barocke Musik, Taizé-Gesänge, aber auch Stille geben. „Ein kleiner Vorgeschmack auf den neuen Himmel und die neue Erde Gottes“ werde das alles sein, sagt der Superintendent des Kirchenkreises Saar-West, Christian Weyer.

Irdischen Beistand bekommen die Kirchen dabei von der Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft Saarbrücken (VVS). Die sorgt nicht nur dafür, dass die Basilika St. Johann, die Ludwigskirche (in der die Nacht der Kirchen um 18 Uhr eröffnet wird) und die evangelische Kirche in Bischmisheim bereits im Vorfeld in pfingstlich rotes Licht getaucht werden. Die VVS wird auch einen kostenlosen Busverkehr zwischen den 19 Kirchen anbieten. Denn in den Kirchennächten der vergangenen Jahre waren bis zu 10 000 Menschen unterwegs.

Der Aufwand, das alles zu organisieren, sei zwar groß, sagt Dechant Welter, aber mit Blick auf die Besucherzahl, sei die Kirche „Opfer ihres Erfolgs“. Die Chance, Menschen, die Kirchen sonst womöglich nicht betreten, neugierig zu machen, müsse man nutzen. Wobei es auch für diejenigen, die in der Kirche verwurzelt sind, bewegende Momente gebe, sagt Weyer. Er innert sich an „eine behinderte Musikerin, die uns 2009 in ihren Bann gezogen hat“. In der Nacht der Kirche seien „Dinge möglich, die wir am Sonntagvormittag so nicht immer hinkriegen“.

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