A8 Luxemburg - Saarlouis AS Perl in beiden Richtungen Anschlussstelle gesperrt, Baustelle bis 20.11.2017 06:00 Uhr (09.10.2017, 05:53)

A8

Priorität: Sehr dringend

5°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
5°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Nächtliche Evakuierung wegen Brand: 120 Neunkircher mussten nachts raus

Ein Großaufgebot von Polizei und Feuerwehr rief der Brand auf den Plan.

Ein Großaufgebot von Polizei und Feuerwehr rief der Brand auf den Plan.



Neunkirchen. Gegen 11 Uhr bringt der Postbote die Post. Wie jeden Morgen wirft er die Briefe in die Kästen des zwölfstöckigen Hauses in der Straße Im Altseiterstal in Neunkirchen. Und doch ist es an diesem Morgen in dem Gebäude, in dem rund 130 Menschen verteilt auf 84 Wohnungen leben, vieles anders. Im Flur steht beißender Geruch nach Rauch. In einem Kellerraum des 1970 erbauten Hochhauses hat es in der Nacht zu Freitag gebrannt. Mehrere Matratzen und Möbelstücke standen dort lichterloh in Flammen. Über den Müllschacht, der sich durch das ganze Gebäude zieht, verbreitete sich der Rauch innerhalb weniger Minuten im gesamten Hochhaus. 120 Menschen wurden evakuiert – zu Schaden gekommen ist dabei niemand. Ein technischer Defekt könne als Brandursache ausgeschlossen werden, teilte Polizeisprecher Dominik Hümbert gestern auf SZ-Anfrage mit. „Nach jetzigem Stand der Ermittlungen ist von einer Brandverursachung durch Menschenhand auszugehen“, so Hümbert. Diese Formulierung schließe sowohl „Fahrlässigkeit“ als auch „vorsätzliches Handeln“ mit ein.

Der betroffene Kellerraum ist ein Gemeinschaftsraum. Zutritt haben alle Bewohner mit einem Schlüssel. Der Sachschaden sei nach „einer vorläufigen Einschätzung eher gering“, belaufe sich auf maximal 10 000 Euro. Um kurz nach halb drei in der Frühe gingen bei der Rettungsleitstelle die ersten Notrufe ein. Noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr begannen Polizei und Mitarbeiter des Rettungsdienstes der Neunkircher Feuerwehr mit der Evakuierung. Wenig später rückten die Löschbezirke Neunkirchen-Innenstadt, Spiesen-Elversberg, Wiebelskirchen und Wellesweiler an. Mehr als hundert Feuerwehrmänner und 22 Einsatzfahrzeuge waren vor Ort. Die Einsatzkräfte schlugen an jeder Wohnungstür des zwölfstöckigen Hauses Alarm. Dort, wo niemand öffnete, wurden Türen aufgebrochen, die Wohnungen nach Personen durchsucht. „In dem Hochhaus leben auch einige ältere Menschen, die auf Rollatoren oder Rollstühle als Hilfe bei der Fortbewegung angewiesen sind. Diese Menschen mussten durch die Feuerwehr über ein Treppenhaus ins Freie gebracht werden. Hier ist viel Manpower gefragt, um beispielsweise eine Frau mitsamt ihrem Rollstuhl ins Erdgeschoss zu bringen“, sagt Christopher Benkert, Pressesprecher der Feuerwehr in Neunkirchen.

Im Freien nahmen Polizeibeamte und Feuerwehrleute die Personalien der Bewohner auf. Zudem wurden die Evakuierten in Rettungswagen untersucht, wie Benkert weiter mitteilt. Die Neunkircher Verkehrs-AG (NVG) stellte zwei Linienbusse zur Verfügung, in denen sich die Geretteten wärmen konnten. Nach rund einer Stunde war das Feuer gelöscht. Die Belüftungsmaßnahmen zogen sich noch bis in die frühen Morgenstunden hin. Die Bewohner konnten ab 5 Uhr wieder etagenweise in ihre Wohnungen zurück. Ruhe fand dann jedoch kaum jemand. Noch am frühen Vormittag saß den Bewohnern die Aufregung der vergangenen Nacht in den Knochen. Für die Geschwister Anna Lisa (9) und Lukas (7), die mit ihren Eltern und dem 15 Monate alten Bruder im zehnten Stock wohnen, gab es gestern kein anderes Gesprächsthema. „Wir wurden von einer Polizistin geweckt, die an die Tür geklopft hat. Wir haben uns dann schnell angezogen, ich hab noch meinen Teddy geholt und dann sind wir schnell die Treppe runter. Ich hatte solche Angst“, schildert das neunjährige Mädchen seine Erlebnisse. Eine Frau im dritten Stock hat am Vortag erst neu tapeziert, jetzt sind die Möbel in ihrer Wohnung mit Ruß überzogen. „Das ist ganz schlimm, aber daran kann man jetzt nichts ändern“, meint die Bewohnerin, die sich mit ihrer Katze ins Freie rettete.

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein